Montag, 03. August 2009
Lösegeld abgeworfen: "Hansa Stavanger" ist frei
Die "Hansa Stavanger".
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der deutsche Frachter "Hansa Stavanger" ist freigelassen worden. Ein Sprecher der EU-Operation "Atalanta" bestätigte, das Schiff habe am Abend nach der Zahlung von Lösegeld seinen Ankerplatz bei der Küstenstadt Haradhere verlassen und fahre Richtung Norden. Das vor rund vier Monaten von somalischen Piraten gekaperte Schiff werde von Kriegsschiffen aus EU-Staaten begleitet.
Die "Hansa Stavanger" war fast vier Monate in der Gewalt somalischer Piraten. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise meldete, hatte am Mittag ein Flugzeug 2,75 Millionen US-Dollar (mehr als 1,9 Millionen Euro) über dem gekaperten Schiff abgeworfen.
Am 4. April gekapert
Der 21.000-Tonnen-Frachter der Hamburger Reederei Leonhardt und Blumberg war am 4. April von Norden kommend in Richtung Tansania unterwegs gewesen, als die Piraten ihn kaperten. Zu der 24-köpfigen Crew gehören auch fünf Deutsche. Vier Ehefrauen und eine Mutter der entführten russischen und ukrainischen Seeleute hatten laut Medienberichten den Reeder brieflich aufgefordert, die Verhandlungen mit den Piraten schnell abzuschließen.
Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" verschlechterte sich die Lage auf der "Hansa Stavanger" in den vergangenen Wochen dramatisch. So fehle es an Wasser, Essen und Medikamenten. Mehrere Geiseln wurden außerdem offenbar auf das somalische Festland verschleppt. Der Reeder Frank Leonhardt hatte der Zeitung "Bild am Sonntag" gesagt, die Besatzungmitglieder seien in psychisch guter Verfassung.
Die Bundesregierung hatte ursprünglich geplant, den Frachter durch 200 GSG-9-Elitepolizisten gewaltsam befreien zu lassen, das Vorhaben aber wegen zu hoher Risiken aufgegeben.
Heute hatten somalische Piraten nach Angaben der Umweltorganisation Ecoterra International einen Schlepper aus Malaysia mit einer elfköpfigen indonesischen Besatzung freigelassen, der bereits im Dezember entführt worden war. Insgesamt haben somalische Piraten derzeit ein gutes Dutzend Schiffe mit mehr als 200 Seeleuten in ihrer Gewalt.
dpa/AFP
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