Panorama

Pannen und Erfolge im Mordfall BögerlDie Polizei schweigt

10.09.2012, 15:11 Uhr

Die öffentliche Fahndung nach dem Mörder der Bankiersfrau Maria Bögerl bringt hunderte neue Hinweise. Zu der Frage, ob es eine heiße Spur gibt, hält die Polizei sich allerdings bedeckt. Ebenfalls keinen Kommentar gibt es zur Frage, ob die Polizei vor zwei Jahren eine heiße Spur ignoriert hat.

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Heidenheim, 4. Juni 2010: Ein Polizist hängt Bilder von Maria Bögerl und ihrem Auto auf. (Foto: dapd)

Im Mordfall der Bankiersgattin Maria Bögerl aus Baden-Württemberg hat die Polizei nach der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" mehr als 400 neue Hinweise bekommen. Ob sich daraus gut zwei Jahre nach der Tat eine heiße Spur ergeben habe, wollte ein Polizeisprecher aber nicht sagen.

Der Radiosender "SWR-Info" hatte am Wochenende gemeldet, ein Anrufer habe die Ermittler nach der Sendung am vergangenen Mittwoch auf eine vielversprechende Spur gebracht. Der Mann habe angegeben, den Mörder der Bankiersfrau zu kennen und sogar DNA-Material von ihm zu besitzen.

Heiße Spur vernachlässigt?

Auch einen "Spiegel"-Bericht, demzufolge die Ermittler mehr als zwei Jahre lang eine wichtige Spur vernachlässigt haben sollen, kommentierte der Polizeisprecher auf Nachfrage nicht. Das Magazin hatte berichtet, dass die Polizei schon sechs Tage nach der Entführung einen anonymen Brief bekommen habe, in dem der Absender unter anderem zwei Namen der mutmaßlichen Täter genannt hatte. Zudem habe der Absender darin offensichtlich mitgeteilt, dass Maria Bögerl bereits tot sei.

Damals galt die Frau noch als vermisst, ihre Leiche wurde erst Wochen später entdeckt. Weiter hieß es in dem Brief angeblich, die Täter seien einer bestimmten Volksgruppe zuzuordnen. Sie seien in Panik geraten.

Die Spur sei damals geheim gehalten worden. Im August habe dann die Soko auf "Spiegel"-Anfrage angegeben, die Behauptungen des Briefschreibers seien ausermittelt und es habe sich nichts ergeben. Nun aber appellierte die Polizei in "Aktenzeichen XY" an den Verfasser des Briefs, sich zu melden, weil die Ermittler davon ausgingen, dass er die Täter kennt. Warum der Aufruf erst jetzt erfolgte, habe die Polizei nicht sagen wollen.

Mord, Gerüchte, Selbstmord

Die zweifache Mutter war im Mai 2010 aus dem Haus der Familie im baden-württembergischen Heidenheim entführt worden. Wenig später riefen die Täter ihren Mann an und forderten 300.000 Euro. Doch die Lösegeldübergabe scheiterte - das Bargeld blieb am vereinbarten Ort an einer Autobahn liegen. Wenige Wochen später fand ein Spaziergänger die Leiche der Frau.

Ein Jahr später nahm der Ehemann sich das Leben. In der Todesanzeige übten die Kinder massive Kritik an der Arbeit der Polizei sowie an den "unsäglichen Verleumdungen", die gegen ihren Vater kursierten.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP