Panorama
Dieter Nuhr will den Vorwurf des Anti-Islamismus nicht auf sich sitzen lassen.
Dieter Nuhr will den Vorwurf des Anti-Islamismus nicht auf sich sitzen lassen.(Foto: dpa)

Empörung über "Anti-Islam-Witze" : Dieter Nuhr wehrt sich gegen Vorwürfe

Satire kann verletzend sein - vor allem für diejenigen, die persönlich betroffen sind. Dieter Nuhr sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, ein "Hassprediger" zu sein, weil er sich über den Islam lustig gemacht haben soll. Er werde aber nicht den Schwanz einziehen, sagt er.

Der Kabarettist Dieter Nuhr hat den Vorwurf anti-islamischer Hetze zurückgewiesen. "Ich finde es lustig, weil ich ja keine Religionsgemeinschaft beschimpfe", sagte Nuhr der "Welt am Sonntag". Zugleich verteidigte er kritische Äußerungen auch gegenüber Religionen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass die bei uns lange erkämpfte Meinungsfreiheit nicht mehr ernst genommen wird, wenn sich Islamisten dagegenstemmen."

Nuhr warf dem Großteil seiner Kollegen vor, sich nicht kritisch mit dem Islam auseinanderzusetzen. "Die ziehen dann halt den Schwanz ein." Nuhr sagte, er werde weiter vor Gefahren des radikalen Islam warnen. "Nur zur Erinnerung: Die Salafisten sind es, die den Mördern und Folterern nahestehen, aus ihren Reihen stammen die meisten der Dschihadisten, die von Deutschland aus in den Nahen Osten reisen."

Der 53-Jährige war zuvor von einem Muslim aus Osnabrück wegen angeblicher Islamhetze angezeigt worden. Unter anderem wegen Aussagen über die Rolle der Frau: "Im Islam ist die Frau nämlich zwar frei, aber in erster Linie natürlich frei davon, alles selbst entscheiden zu müssen", wird Nuhr zitiert. Er hat sich wiederholt kritisch mit dem Islam auseinandergesetzt.

"Blöde, dumme Hetze"?

Nuhr schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Bin von Islamisten als "Hassprediger" angezeigt worden, weil ich den Koran richtig zitiert habe." Dem Kabarettisten wird von dem Muslim Erhat Toka Beschimpfung von Religionsgemeinschaften vorgeworfen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

"Wenn sich jemand über den Islam lustig macht, habe ich nichts dagegen", sagte Toka dem Blatt. Doch Nuhrs Kritik sei verletzend. Die Tageszeitung "Welt" zitiert Toka mit dem Vorwurf, Nuhr betreibe "blöde, dumme Hetze gegen eine Minderheit".

Doch nicht nur Toka kritisiert den Kabarettisten. Der Migrationswissenschaftler Klaus J. Bade sagte der "Welt": "Da verwechselt einer den Islam mit dem Islamischen Staat". Pauschale Diffamierungen anstelle von Differenzierungen würden nur neue Schreckensbilder schaffen. Nuhr hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" 2011 unter anderem geschrieben, dass dem Islam Toleranz fremd sei. Nuhrs Anhänger unterstützten ihn auf seine Facebook-Seite.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen