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Die US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna ist seit August 2015 wieder geöffnet.
Die US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna ist seit August 2015 wieder geöffnet.(Foto: imago/Agencia EFE)
Freitag, 11. August 2017

Rätselhafte Vorfälle in Havanna: Diplomaten auf Kuba erleiden Hörverlust

Erst seit 2015 pflegen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen. Doch trotz der Annäherung leiden US- wie kanadische Diplomaten in Havanna plötzlich unter Kopfschmerzen und Hörverlust. Jetzt prüfen beide Länder einen "akustischen Anschlag".

Nicht nur Botschaftsmitarbeiter der USA, sondern auch kanadische sind womöglich von dem "akustischen Anschlag" in Kuba betroffen. Mindestens ein kanadischer Diplomat sei mit "ungewöhnlichen Symptomen" im Krankenhaus behandelt worden, teilte die Regierung in Ottawa mit. Bei den Symptomen habe es sich unter anderem um Kopfschmerzen und Hörverlust gehandelt. Auch die Familie des Diplomaten sei betroffen, hieß es.

US-Medien hatten am Mittwoch erstmals von den mysteriösen Vorfällen berichtet. Demnach hatten einige Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna erstmals Ende 2016 darüber geklagt, unter verschiedenen "körperlichen Symptomen" zu leiden. Einige Diplomaten hätten deswegen in die USA zurückkehren müssen.

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Den Berichten zufolge sind die Sicherheitsbehörden der USA zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dem Vorfall um einen "akustischen Anschlag" gehandelt hat. Die Diplomaten könnten Schallwellen ausgesetzt gewesen sein, der für das menschliche Ohr nicht hörbar, aber dennoch gesundheitsschädlich seien, hieß es. Die Symptome der Betroffenen hätten denen einer Gehirnerschütterung geglichen und sich auf das Gehör ausgewirkt.

Die kubanische Regierung bestritt jegliches Vorgehen gegen ausländische Diplomaten. Dennoch wiesen die USA als Reaktion zwei kubanische Diplomaten aus.

Schwierige Beziehungen

Die USA und Kuba hatten nach der Revolution von Fidel Castro 1959 und der von ihm angetriebenen Annäherung an die Sowjetunion miteinander gebrochen. Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama nahmen sie erst 2015 wieder diplomatische Beziehungen auf. Am 20. Juli des gleichen Jahres hatte Kuba erstmals seit rund einem halben Jahrhundert wieder seine Botschaft in Washington geöffnet. Obamas Nachfolger Donald Trump nahm die Annäherungspolitik nach seinem Amtsantritt teilweise wieder zurück.

Kanada hat historisch bessere Beziehungen zu Kuba. Die beiden Regierungen hatte sie nach der Revolution 1959 nicht abgebrochen. Später hatte Ottawa zwischen den USA und Kuba vermittelt.

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Quelle: n-tv.de

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