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Der Doppeldecker war wohl noch nicht in der Luft, als er abdriftete.

Der Doppeldecker war wohl noch nicht in der Luft, als er abdriftete.
(Foto: dpa)

Sonntag, 05. September 2010

Flugschau endet tragisch: Doppeldecker rast in Zuschauer

Ein Doppeldecker ist bei einer Flugschau in der Nähe von Nürnberg in die Zuschauermenge gerast und hat eine Frau getötet. 38 Menschen wurden bei dem Unglück in der Nähe von Schnaittach-Lillinghof verletzt, fünf davon schwer.

Besucher versorgen die Verletzten.

Besucher versorgen die Verletzten.
(Foto: dpa)

Nach Augenzeugenberichten geriet die Frau in den Propeller der Maschine. Der Pilot der Unglücksmaschine blieb nach Angaben von Polizeipressesprecher Robert Sandmann dagegen unverletzt. Der Unfallort liegt rund 25 Kilometer nordöstlich von Nürnberg.

Der Doppeldecker war der Polizei zufolge beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast. "Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf ein Mal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns", berichtete ein Augenzeuge. Die Maschine kam 20 Meter vor dem Kontrollturm zum Stehen und kippte dort auf die Nase.

Warum das Flugzeug beim Starten plötzlich nach rechts ausbrach, war zunächst unklar. Mehrere Augenzeugen berichteten übereinstimmend, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben. "Der Pilot hatte wohl die Kontrolle über sein Flugzeug verloren", sagte ein Beamter in der Nürnberger Polizeieinsatzzentrale.

Noch Stunden später war das havarierte Flugzeug von Neugierigen umringt. Daneben erinnerten noch herumstehende Bierbänke und ein Bierschankwagen an den Volksfestcharakter der Flugschau auf dem Segelflughafen am Fuß der Frankenalb. Die Veranstaltung wurde nach dem Unglück sofort abgebrochen.

Der Doppeldecker - ein Original-Oldtimer vom Typ Tigermoth - war bei dem vom Segelclub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen. Zum Programm hatten auch Segelkunstflug, Fallschirmformations-Sprünge sowie Rundflüge mit Hauschraubern gehört. Die Veranstalter selbst lehnten Angaben zu dem Unglück zunächst ab und verwiesen auf die Polizei.

Weitere Unfälle

Bei einem Flugtag in Füssen stürzte unterdessen eine Frau mit einem Flugdrachen ab und starb. Wie die Polizei in Kempten mitteilte, machte die 50-Jährige in der Startphase beim Drachenfliegen einen Fehler und stürzte in die Tiefe. Auf dem Boden prallte sie auf ein geparktes Segelflugzeug. Ein zufällig anwesender Notarzt versorgte die Schwerverletzte. Ein Rettungshubschrauber brachte sie in die Murnauer Unfallklinik. Dort starb sie.

Bei einem Flugtag im hessischen Langenselbold ist zudem ein Kleinflugzeug beim Anlassen am Boden außer Kontrolle geraten. Die führerlose Maschine fuhr über den Rasen und blieb schließlich in einer Hecke stecken, teilte die Polizei in Offenbach mit. Verletzt wurde niemand.

Der Pilot habe vor der Maschine stehend den Propeller gestartet, als sich das Flugzeug in Bewegung setzte. Zu der zweitägigen Veranstaltung auf dem Flugplatz in Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis waren mehrere tausend Besucher erwartet worden. Die Sicherheitszone zwischen den Zuschauern und den Flugzeugen sei so groß gewesen, dass keine Gefahr bestanden habe, erklärte die Polizei.

dpa

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