Freitag, 09. Juli 2010
Tödlicher WM-Streit: Doppelmörder erinnert sich nicht
Der Tatort im Rotlichtviertel von Hannover.
(Foto: dpa)
Der mutmaßliche Doppelmörder aus Hannover kann sich an Einzelheiten seiner Tat nicht erinnern. Den Mord an den beiden Italienern habe er aber gestanden, hieß es in einem Bericht der deutschsprachigen "Mallorca-Zeitung". Nach spanischen Medienberichten gab er an, bei der Tat betrunken gewesen zu sein. Der 42-Jährige, der nach einem Streit um Fußball in Hannovers Rotlichtviertel zwei Italiener mit Kopfschüssen getötet haben soll, wartet auf seine Auslieferung nach Deutschland.
Nach seiner Festnahme auf Mallorca war der Frührentner in eine Gefängnisklinik gebracht worden. Bei dem Mann habe wegen Depressionen Suizidgefahr bestanden, sagte eine spanische Justizsprecherin. Er war zu seinem Stiefvater nach Mallorca geflüchtet. Dieser hatte den 42-Jährigen dazu überredet, zur Polizei zu gehen. Ein Arzt hatte ihn als depressiv und abhängig von Psychopharmaka eingestuft.
Keine Bestätigung für Auslieferung
Der 42-Jährige soll inzwischen in ein Gefängnis nach Madrid verlegt worden sein. Von dort aus soll er nach Deutschland ausgeliefert werden. Eine Bestätigung dafür gab es aber weder von den spanischen noch von den deutschen Behörden.
Sollte der wegen zweifachen Mordes gesuchte Mann der Auslieferung zustimmen, könnte er noch in der kommenden Woche nach Deutschland überführt werden. Der Frührentner hatte nach Überzeugung der Ermittler nach dem Streit mit zwei Italienern zunächst die Kneipe verlassen. Etwa eine Stunde später kehrte er zurück und schoss den 47 und 49 Jahre alten Opfern in den Kopf. Bei dem Streit ging es um die Anzahl der WM-Titel von Deutschland und Italien.
dpa
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