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Montag, 22. Juni 2009

Abtrennung von Hand und Bein: Drakonische Strafen in Somalia

Erst kürzlich wurde in Somalia wieder offiziell die Scharia eingeführt. Nun soll sie auch vollstreckt werden.
Somalia ist von jahrzehntelangem Bürgerkrieg zerrütet.

Somalia ist von jahrzehntelangem Bürgerkrieg zerrütet.

Vier Somaliern soll dabei als Strafe für mehrere Diebstähle die rechte Hand und das linke Bein abgetrennt werden. Die vier Männer hätten sich zu ihrer Schuld bekannt und seien nach dem islamischen Scharia-Recht verurteilt worden, sagte der Richter nach der Verhandlung unter freiem Himmel im Norden der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Mitglieder der radikalislamischen Schebab-Milizen, die in der Region die Kontrolle haben, hatten zuvor drei Mobiltelefone und zwei Gewehre als Diebesgut präsentiert. Das Urteil soll nach Angaben des Scharia-Gerichts am Dienstagmorgen vor Zuschauern vollstreckt werden.

Das somalische Parlament hatte im April offiziell den Weg für die Anwendung der Scharia frei gemacht und damit einer Forderung islamischer Fundamentalisten nachgegeben, um das vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg zerrüttete Land zu befrieden. Bereits zu Zeiten der radikalislamischen Herrschaft galt in Somalia vor einigen Jahren eine strikte Form der Scharia. Die Islamisten schlossen Kinos und Fotoläden, verboten Live-Musik, verfolgten Frauen wegen angeblicher Missachtung der strikten Kleiderordnung und vollstreckten die Todesstrafe.

AFP

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