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Die Angeklagte unterhält sich mit ihrem Anwalt.
Die Angeklagte unterhält sich mit ihrem Anwalt.(Foto: dpa)
Freitag, 10. März 2017

Auftragsmord in der Karibik: Ehefrau muss lebenslang ins Gefängnis

Seit Jahren ist das Ehepaar getrennt, doch in der Karibik sind sie noch einmal gemeinsam unterwegs. Der Mann stirbt hier im Auto - erschossen von einem Auftragskiller. Nun verurteilt ein Richter in Düsseldorf seine Frau.

Die Drahtzieherin eines Mordes in der Karibik ist in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 45-Jährige habe veranlasst, dass ihr Mann an einer einsamen Landstraße in der Dominikanischen Republik durch einen Schuss in den Hinterkopf heimtückisch getötet worden sei, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees.

Ohne ihr Geständnis wäre die Ermordung des 56-Jährigen aus Ratingen bei Düsseldorf wohl nie aufgeklärt worden. Das Gericht hätte wegen des Geständnisses gerne eine mildere Strafe verhängt, dies sei aber rechtlich nicht möglich, erläuterte der Vorsitzende Richter. "Diese Gerechtigkeitslücke bereitet uns einen gewissen Kummer." Es sei ein Problem, das auch bei den Versuchen, den Mord-Paragrafen zu reformieren, gesehen worden sei.

Die Verurteilte hatte zunächst bei der Polizei in Begleitung eines Anwalts ein Geständnis abgelegt, im Gerichtssaal aber widerrufen. Das Gericht befand nun, dass sie bei der Polizei die Wahrheit gesagt habe.

In ihrem Schlusswort hatte die Angeklagte unter Tränen eingeräumt, bei dem Mord dabei gewesen zu sein. Sie habe aber nichts mit der Tat zu tun und sei völlig überrascht gewesen, als der Schuss fiel. Ihre Töchter bat sie um Verzeihung. Eine ihrer Töchter hatte auf ihr Schweigerecht verzichtet und im Prozess gegen die eigene Mutter ausgesagt: "Ich bin die Stimme meines Vaters. Der kann sich ja nicht mehr wehren", hatte die 27-Jährige dies begründet. Dann berichtete sie, dass ihre Mutter den Mord bereits ihrer jüngeren Schwester gestanden habe.

Auftragsmörder bekam 2000 Euro

Laut Anklage hatte die dreifache Mutter für umgerechnet 2000 Euro einen Killer mit dem Spitznamen "Mongo" angeheuert. Sie soll neben ihrem Mann in einem Auto auf dem Beifahrersitz gesessen haben, als der Auftragskiller von der Rückbank aus die tödliche Kugel abgefeuert habe. Zuvor habe die Frau ein dringendes Bedürfnis vorgetäuscht, um ihren Mann dazu zu bringen, dass Auto zu stoppen. Gegen den mutmaßlichen Auftragmörder wird in der Dominikanischen Republik ermittelt. Die Leiche des 56-Jährigen war Ende Dezember 2015 in einem Auto bei Puerto Plata in der Dominikanischen Republik mit einem Einschussloch im Hinterkopf entdeckt worden.

Der Staatsanwalt hatte Habgier als Motiv des Mordes vermutet, bewiesen werden konnte dies aber nicht. Die Frau hatte beklagt, dass sie als Prostituierte habe arbeiten müssen, weil sie von ihrem Mann so wenig Unterhalt bekommen habe. Das Paar lebte seit 20 Jahren getrennt. Gegen das Urteil kann noch Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt werden.

Quelle: n-tv.de

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