Panorama

Münchner S-Bahn-MordEin Täter bekommt Bewährung

13.04.2010, 18:06 Uhr

Gut ein halbes Jahr nach dem tödlichen Angriff auf den Manager Dominik Brunner beginnt die strafrechtliche Aufarbeitung vor dem Münchner Amtsgericht. Der Wortführer der jugendlichen Schläger bekommt eine Bewährungsstrafe.

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Brunners Tod hatte eine Debatte über Zivilcourage und Jugendkriminalität ausgelöst. (Foto: picture alliance / dpa)

Gut ein halbes Jahr nach dem Münchner S-Bahn-Mord an dem Manager Dominik Brunner hat in einem ersten Prozess ein Jugendlicher eine Bewährungsstrafe bekommen. Das Jugendschöffengericht beim Amtsgericht München verurteilte ihn unter anderen wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung zu 19 Monaten Haft. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, wenn er seine Drogentherapie die nächsten fünf Monate fortsetzt.

Der damals 17-Jährige und zwei Freunde hatten am 12. September 2009 in München eine Gruppe von Schülern bedroht und Geld verlangt. Er soll der Wortführer gewesen sein, war aber nicht dabei, als Brunner am S- Bahnhof Solln zu Tode geprügelt wurde, nachdem er sich schützend vor die Schüler gestellt hatte.

Keine Grenze mehr

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Die Pressesprecherin des Gerichts erläutert das Urteil nach dem Ende des nicht öffentlichen Prozesses. (Foto: dpa)

Der Fall, der bundesweit für Aufsehen sorgte, begann wie viele Rangeleien: Die drei beschuldigten Jugendlichen wollten von den 13 bis 15 Jahre alten Schülern 15 Euro. Der 17-Jährige soll mindestens einen Schüler mit der Faust geschlagen haben. Zudem soll er seine Freunde angestachelt haben - dann stieg er selbst aber in eine andere S-Bahn.

Als er von der Festnahme seiner Freunde erfuhr, schrieb er in einem Internetforum: "Schießt alle Bullen tot und holt den Basti und Markus raus." Er muss sich deshalb auch wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten verantworten, außerdem wegen Drogenbesitzes. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft ist Christoph in therapeutischer Behandlung außerhalb Münchens.

Quelle: dpa