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Dienstag, 09. März 2010

Sammlung unterm Hammer: Eine Million Euro für ein Ei

Ein Selbstporträt Kippenbergs ohne Titel 2005 in einer Londoner Ausstellung.

Ein Selbstporträt Kippenbergs ohne Titel 2005 in einer Londoner Ausstellung.

Für eine Million Euro ist in Amsterdam das ikonenhafte Ölgemälde "Dinosaurierei" des deutschen Künstlers Martin Kippenberger (1953-1997) versteigert worden. Das großformatige Werk (2 x 2,40 Meter) erzielte damit beim Auktionshaus Sotheby's mehr als das Dreifache des Schätzpreises. Kippenberger hatte das fröhliche Bild eines Dino-Embryos in der Eierschale 1996 kurz vor seinem frühen Tod im Alter von 44 Jahren gemalt.

Der Künstler, den Kritiker "Europas Antwort auf Andy Warhols Pop-Art" nannten, reflektierte mit dem Gemälde die Begeisterung für Dinosaurier, die Steven Spielbergs Fantasy-Film "Jurassic Park" 1993 ausgelöst hatte. Zugleich gehört das Werk zu den berühmtesten Gemälden aus Kippenbergers Serie von Eierbildern. Scherzhaft erklärte der Maler damals, nachdem Warhol die Banane als Gegenstand der Kunst entdeckte, habe er sich für das Ei entschieden.

Für das "Dinosaurierei" wurde der mit Abstand höchsten Preis bei einer Versteigerung von 163 Werken aus der Peter-Stuyvesant-Sammlung gezahlt, die für insgesamt 13,5 Millionen Euro neue Besitzer fanden. Die Kollektion war 1960 von Alexander Orlow, dem damaligen Direktor der Turmac Tobacco Company, initiiert worden. Er kaufte im Laufe der Jahre großformatige, farbenprächtige und oft humorvolle Bilder moderner Maler.

Die Werke waren in den Hallen der Zigarettenfabrik in der niederländischen Gemeinde Zevenaar (Provinz Gelderland) aufgehängt wurden. Orlow wollte damit den Arbeitsalltag der Zigarettendreher verschönern. Die Fabrik wurde 2008 von dem neuen Eigentümer British American Tobacco geschlossen, der die Peter-Stuyvesant-Sammlung nun versteigern ließ.

Über den Käufer des "Dinosaurierei" machte Sotheby's keine Angaben. Der Preis einschließlich aller Gebühren betrug 1.072.750 Euro.

dpa

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