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Nur im Schritttempo fahren Autos auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen.
Nur im Schritttempo fahren Autos auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen.(Foto: dpa)

Unwetterwarnungen ausgegeben: Eisregen sorgt für Unfälle

Schneefall und Eisregen haben in Norddeutschland viele Straßen mit einer Eisschicht überzogen. Die Polizei zählt 80 Unfälle. Bei Pinneberg fahren 14 Autos ineinander. Mehrere Menschen werden leicht verletzt. Der Deutsche Wetterdienst gibt derweil Unwetterwarnungen heraus.

Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn 23 Hamburg-Heide haben sich in der Nacht sechs Menschen leicht verletzt. Wie die Polizei mitteilte, fuhren 14 Autos bei Pinneberg ineinander. "Für einen so großen Unfall ist das glimpflich ausgegangen", sagte eine Polizeisprecherin.

Ob diese Krähe auf dem Berliner Landwehrkanal besser zurechtkommt?
Ob diese Krähe auf dem Berliner Landwehrkanal besser zurechtkommt?(Foto: dapd)

Zunächst habe ein Auto aus unbekannter Ursache auf dem Seitenstreifen der A23 in Richtung Norden gehalten. Der Fahrer habe die Polizei gerufen. Als die Beamten eintrafen, habe ein vorbeifahrendes Auto gebremst und sei dabei ins Schleudern geraten. In den Unfallwagen seien dann auf einer Strecke von 400 Metern 13 weitere Autos hineingefahren, die auf vereister Fahrbahn nicht mehr halten konnten.

Bei Schnee- und Eisregen in Norddeutschland wurden Dutzende andere Autofahrer in überwiegend leichte Unfälle verwickelt. Der Regen hatte in der Nacht für spiegelglatte Straßen in Hamburg und Schleswig-Holstein gesorgt. In der Folge kam es nach Polizeiangaben zu mehr als 80 Autounfällen. Nach Angaben der Feuerwehr stürzten auf vereisten Gehwegen in Hamburg zudem vier Fußgänger und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Hamburger Winterdienst war ab 1.30 Uhr mit 110 Fahrzeugen im Einsatz, wie ein Sprecher mitteilte. Schnee- und Eisregen habe für teils extreme Straßenglätte gesorgt, hieß es. Weitere 270 Fahrzeuge rückten am Morgen aus.

Unwetterwarnungen

Für Teile Bayerns, Nordrhein-Westfalens und des Nordostens galten weiterhin Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienst (DWD). Von Kiel bis Dresden warnten die Meteorologen vor gefrierendem Regen oder Schneefall. Dimensionen eines Unwetters erreichten auch Dauerregen und starkes Tauwetter im östlichen Bayern und im südlichen Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt starker bis stürmischer Wind.

Beträchtliche Regenmengen gingen in West- und Süddeutschland nieder. Im Hochschwarzwald fielen laut DWD innerhalb von 24 Stunden 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter, in der Kölner Bucht und dem angrenzenden Süderbergland waren es etwa 20 bis 40 und im südhessischen Odenwald 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter. Gewöhnlich fallen im ganzen Dezember durchschnittlich 70 Liter Regen pro Quadratmeter.

Bahn: Kaum Behinderungen

Auf der Zugspitze erschwerten stürmischer Wind und sehr hohe Lawinengefahr den Skibetrieb Zugspitze. Zeitweise fegte der Wind mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h über Deutschlands höchsten Berg (2962 Meter). Zwar fielen seit Samstagfrüh 40 Zentimeter Neuschnee, doch der Wind verwehte den Niederschlag. Insgesamt liegen 2,20 Meter Schnee rund um den Gipfel. Wegen des starken Windes konnte die Eibsee-Seilbahn nicht fahren. Die Temperatur war mit minus drei Grad für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch. Der Deutsche Wetterdienst rechnete dort für Montag sogar mit plus einem Grad. Das milde Wetter hat den Schneekanonen eine Zwangspause auferlegt. Dennoch seien rund 80 Prozent der Lifte in Betrieb, sagte ein Sprecher der Zugspitzbahn.

In Berlin gab es nur wenige eher leichte Verkehrsunfälle, teilte die Polizei mit. "Die Lage ist entspannt", sagte ein Polizeisprecher. "Alles nur Blech.". Zwischen 5 und 7 Uhr kam es zu 20 Zusammenstößen - nur wenig mehr als sonst im Frühverkehr an einem Sonntag.

Die Bahn wurde durch die Eiseskälte in einigen Teilen Deutschlands nach eigenen Angaben kaum behindert. Eine Sprecherin sagte, die Verkehrslage sei "trotz schwieriger Witterungslage ziemlich ruhig". Die Quote für die Pünktlichkeit der Züge liege bei gut über 90 Prozent. Ein Problem gebe es aktuell zwischen Elmshorn und Westerland auf Sylt. Auf der Strecke seien die Oberleitungen vereist. Die Bahn habe mit einer "im Bundesgebiet sehr geteilten Wetterlage" zu tun. In anderen Regionen habe schon Tauwetter eingesetzt, dort träten keinerlei Probleme auf.

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Quelle: n-tv.de

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