Mittwoch, 21. Mai 2008
Entsetzliches Verbrechen in Kenia: Elf "Hexen" verbrannt
Ein Dorf im Westen Kenias ist Schauplatz eines entsetzlichen Verbrechens geworden. Mindestens elf Menschen wurden in dem Dorf Nyakeo wegen angeblicher Hexerei von einem wütenden Mob bei lebendigem Leib verbrannt, wie die Polizei mitteilte. Demnach wurden acht Frauen und drei Männer getötet, zehn der Opfer waren zwischen 70 und 90 Jahre alt. Dorfbewohner hatten zuvor gesagt, insgesamt 15 Frauen seien dem Verbrechen zum Opfer gefallen. Nach Angaben von Augenzeugen trieb eine Menge von rund hundert Menschen die Opfer aus ihren Häusern, fesselte und verbrannte sie.
Der Ortsvorsteher des Distrikts, Mwangi Ngunyi, zeigte sich erschüttert. "Nur weil sie jemanden verdächtigen, dürfen die Menschen noch lange keine Selbstjustiz üben", sagte Ngunyi. "Wir werden die Verdächtigen jagen." Nach seinen Angaben setzte die Menge auch etwa 50 Häuser des Dorfes in Brand. Entsetzte Angehörige sagten, sie könnten das Geschehene nicht fassen. "Ich kann nicht glauben, dass meine Frau auf so brutale Art getötet wurde", sagte der Pastor Enoch Obiero. "Meine Mutter war immer ein Vorbild für das gesamte Dorf", sagte die 32-jährige Emily Monari. "Dass der Mob sie umgebracht hat, wird mir für immer und ewig unbegreiflich sein."
Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte in dem Dorf eine Zusammenkunft stattgefunden, in der über das Schicksal der angeblichen Hexen und Zauberer beraten wurde. In den 90er Jahren waren im Westen Kenias Dutzende Menschen wegen angeblicher Hexerei verbrannt worden. Anlass für die Morde waren damals kursierende Gerüchte, wonach Menschen wie von Zauberhand zu Kannibalen, Schlafwandlern, stumm oder taub wurden.
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