Panorama

"Fall Kampusch" zu den AktenEntführer war Einzeltäter

08.01.2010, 10:55 Uhr

In Österreich kann jetzt der Entführungsfall Natascha Kampusch mit einem Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft endgültig zu den Akten gelegt werden. Jetzt steht fest, dass der Entführer ein Einzeltäter war.

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Natascha Kampusch (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Entführer der Österreicherin Natascha Kampusch hat seine Tat wohl doch alleine begangen. Dies teilten die Behörden in Wien bei einer Pressekonferenz mit. Die sogenannte Mehrtäter-Theorie sei nach allem was man wisse auszuschließen, sagte der Chef der Wiener Oberstaatsanwalt, Werner Pleischl. Zuletzt hatte ein Freund des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil im Verdacht gestanden, womöglich an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Die österreichischen Behörden hatten nach Ermittlungspannen den Entführungsfall erneut untersucht.

Aus den Ermittlungergebnissen des Bundeskriminalamts war hervorgegangen, Kampusch vor ihrer Flucht aus einem Kellerverlies in Niederösterreich drei Mal versucht hat, ihrem Entführer zu entkommen. Kampuschs Rechtsvertreter, Gerald Ganzger, bestätigte die Schilderungen des Oberstaatsanwalts: "Das sind Fluchtversuche, die gescheitert sind." Er dementierte ebenfalls, dass seine Mandantin nach einer Flucht aus freien Stücken zu Priklopil zurückgekehrt sein soll.

Die heute 21-jährige Kampusch war 1998 entführt und acht Jahre lang in einem Verlies unter Priklopils Haus im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten worden. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Ihr Entführer beging sofort Selbstmord.

Quelle: dpa