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Nach dem Erdbeben auf der Urlaubsinsel Ischia werden auch Tote befürchtet.
Nach dem Erdbeben auf der Urlaubsinsel Ischia werden auch Tote befürchtet.(Foto: picture alliance / Mauro Iovino/)
Dienstag, 22. August 2017

Mitten in der Urlaubs-Hochsaison: Erdbeben erschüttert Ischia - zwei Tote

Die italienische Insel Ischia ist voller Touristen, als ein Erdbeben am Abend Gebäude in Schutt und Asche legt. Panik kommt auf. Dutzende Menschen werden verletzt. Und auch Todesfälle sind zu beklagen. Die Helfer versuchen, zwei verschüttete Kinder zu retten.

Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia mitten in der Hochsaison erschüttert. Mindestens zwei Menschen starben, 39 Menschen wurden verletzt. Der Erdstoß der Stärke 4,0 traf die Mittelmeerinsel vor Neapel am Abend gegen 21 Uhr. Eine Frau wurde von Brocken einer Kirche erschlagen, eine zweite Frau starb unter den Trümmern ihres Hauses. Mindestens sechs Menschen konnten lebend aus Trümmern geborgen werden.

Auch drei Kinder im Alter von 17 Monaten, vier Jahren und sechs Jahren wurden verschüttet. Das Baby konnte lebend geborgen werden. Unter dem Applaus vieler Zuschauer sei der Junge seiner Mutter übergeben worden, berichtete die Agentur Ansa. Die beiden älteren Brüder sind noch immer verschüttet. Die Feuerwehr ist mit ihnen in Kontakt. "Wir hören ihre Stimmen und wir sprechen mit ihnen, um sie zu beruhigen", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Luca Cari, laut Nachrichtenagentur Ansa am Dienstagmorgen.  Die Feuerwehr konnte ihnen demnach Wasser reichen.

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Besonders betroffen sind die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Auf Fotos sind eingestürzte Häuser und Menschen auf der Straße zu sehen. Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch soll mancherorts der Strom ausgefallen sein und Hotels geräumt worden sein. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert.

Die Behörden stellten noch in der Nacht im Hafen von Ischia und in Casamicciola drei Fähren bereit, um verschreckten Urlaubern und Besuchern ein Verlassen der Insel zu ermöglichen. Die erste Fähre in Richtung Neapel legte in den frühen Morgenstunden ab.

"Sehr stark und sehr furchterregend"

Viele Menschen halten sich nach dem Erdbeben sicherheitshalber auf der Straße auf.
Viele Menschen halten sich nach dem Erdbeben sicherheitshalber auf der Straße auf.(Foto: picture alliance / Serenella Mat)

"Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen (...). Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos", erzählte eine Augenzeugin laut Ansa. "Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist." Die Feuerwehr teilte mit, Gebäude seien eingestürzt und beschädigt worden. "Es war sehr stark und sehr furchterregend. Ich habe gehört, dass Menschen gestorben sind", sagte die Gemeinderätin Donatella Migliaccio.

Auch das einzige Krankenhaus der Insel wurde von dem Erdbeben getroffen und musste zwischenzeitlich teilweise evakuiert werden. Die Verletzten konnten in einer provisorischen Einrichtung behandelt werden. Schiffe und Hubschrauber wurden bereitgestellt, um Verletzte ans Festland zu bringen. Örtliche Medien berichteten, die Rettungskräfte hätten schnell auf das Beben reagieren können, da sich bereits zusätzliche Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des Zivilschutzes auf der Insel befanden. Diese seien zuvor wegen Waldbränden nach Ischia geschickt worden.

Die Insel mit vulkanischem Ursprung ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub.  Die Insel liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen. Im Jahr 1883 kamen bei einem Beben auf Ischia rund 2300 Menschen ums Leben. 

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor fast genau einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.

Quelle: n-tv.de

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