Panorama
Video

17-stöckiges Gebäude umgekippt: Erdbeben erschüttert Süden Taiwans

Mehrere Gebäude stürzen im Süden Taiwans nach einem Erdbeben ein. Die Stöße sind auf der ganzen Insel zu spüren. Mindestens sieben Menschen kommen dabei neuesten Angaben zufolge ums Leben, Hunderte werden verletzt

Bei einem schweren Erdbeben im Süden Taiwans sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Hunderte weitere wurden nach Behördenangaben verletzt, als bei dem Beben der Stärke 6,4 in der Nacht zum Samstag mehrere mehrstöckige Wohnhäuser in der Stadt Tainan einstürzten. In den Trümmern eines 17-stöckigen Hochhauses starb auch ein Baby. Medienberichten zufolge werden noch rund 30 Menschen unter den Trümmern vermisst.

  Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mehr als 200 Menschen aus den Trümmern des Wei-Kuan-Hochhauses gerettet, das komplett auf die Seite stürzte. Zur Zahl der Vermissten machten die Behörden zunächst keine offiziellen Angaben.

Die Rettungskräfte waren im Dunkeln mit Scheinwerfern im Einsatz, um in den Trümmern nach weiteren Überlebenden zu suchen. Mit Leitern, Kränen und Baggern versuchten sie, in die völlig zerstörten Wohnungen zu gelangen. Auf der Straße standen erschöpfte und fassungslose Bewohner.

"Ich habe Häuser gesehen, die nach oben und unten, und nach links und rechts geschwankt sind", sagte ein Bewohner des Hochhauses dem Fernsehsender SET TV. Eine Frau berichtete, sie habe mit einem Hammer ihre verbogene Wohnungstür aufgebrochen, um ins Freie zu gelangen. Ein Mann sagte der Zeitung "Apple Daily", er habe Kleidungsstücke zusammengeknotet, um sich von seiner Wohnung im neunten Stock in den sechsten Stock abzuseilen.

Erinnerungen an 1999

In dem Hochhaus leben nach offiziellen Angaben mehr als 250 Menschen in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens sogar noch mehr Menschen in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Menschen bei Verwandten zu Besuch seien.

Auch Regierungschef Chang San Cheng eilte zur Unglücksstelle. Eine ältere Frau berichtete ihm unter Tränen, dass ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelkinder im 15. Stock verschüttet worden seien, wie "Apple Daily" berichtete.

In der ganzen Stadt wurden nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen verletzt. 60 von ihnen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Aus den Trümmern eines siebenstöckigen Hauses, das ebenfalls einstürzte, wurden mindestens 30 Menschen geborgen.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen