Schulen als NotunterkünfteErdbebenopfer sollen weichen
Das Erdbeben von Haiti ist eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit. Nach der Katastrophe wird der Kampf um die verbleibenden Ressourcen härter, Bildung oder Wohnen, was ist wichtiger?
Angesichts zunehmender Schülerproteste hat der haitianische Erziehungsminister Joël Desrosiers Jean Pierre die Erdbebenopfer aufgefordert, die von ihnen besetzten Schulen zu verlassen. Seit Montag demonstrierten zahlreiche Schüler in Port-au-Prince vor dem Erziehungsministerium und forderten, dass ihre Schulen wieder für den Unterricht genutzt werden. Jean Pierre sagte dem Sender Radio Metropole, die Regierung habe alles getan, damit die Schulen ihren Betrieb wieder aufnehmen könnten.
Bei dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar waren auch Schulen und Universitäten zerstört worden. In die wenigen unversehrten Gebäude waren später Obdachlose gezogen. Immer noch leben über eine Millionen Menschen in Obdachlosenlagern in der Stadt. Die internationale Gemeinschaft hat damit begonnen, die Menschen in neue Übergangslager außerhalb der Stadt umzusiedeln. Dort werden auch Schulen errichtet.
Wegen der zehntausenden Obdachlosen, die zum Teil in öffentlichen Gebäuden campieren, kommt es mittlerweile immer häufiger zu Konflikten. Nicht nur private Eigentümer fordern eine Räumung ihrer Einrichtungen: 7000 Menschen mussten zuletzt ein Fußballstadion in Port-au-Prince verlassen. Um eine Eskalation zu vermeiden, sprach die Regierung zwischenzeitlich ein Moratorium für Zwangsräumungen aus.