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Bericht zu Germanwings-Unglück: Ermittler fordern strengere Piloten-Kontrolle

Als Reaktion auf den tragischen Absturz des Germanwings-Flugzeugs spricht sich die französische Flugunfallbehörde für regelmäßige psychologische Untersuchungen von Piloten aus. Das geht aus dem Abschlussbericht zur Katastrophe hervor.

Knapp ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe hat sich die französische Flugunfallbehörde BEA für strengere medizinische Kontrollen für Piloten ausgesprochen. Es müsse regelmäßig geprüft werden, ob Piloten insbesondere aus "psychologischen oder psychiatrischen Gründen" nicht in der Lage seien, ein Flugzeug zu steuern, heißt es in dem Abschlussbericht der Behörde zu dem Absturz der Maschine in den französischen Alpen.

Zudem sprachen sich die Ermittler für eine Lockerung des Ärztegeheimnisses bei Piloten mit psychologischen Problemen ausgesprochen. Mehrere Ärzte hätten von der Erkrankung des Copiloten Andreas Lubitz gewusst, sagte BEA-Experte Arnaud Desjardins. "Aber diese Information ist weder zu den Luftfahrbehörden noch zum Arbeitgeber Germanwings gelangt", sagte Desjardins weiter. Es müssten klarere Regeln eingeführt werden, "um zu wissen, wann es notwendig ist, das Ärztegeheimnis zu brechen".

Wie aus dem Abschlussbericht hervorgeht, sollte Lubitz nach dem Willen eines Arztes in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Der Mediziner habe am 10. März - also zwei Wochen vor dem Airbus-Absturz - eine mögliche Psychose diagnostiziert und eine Einweisung empfohlen. Der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 72 Deutsche.

BEA empfiehlt keine Veränderungen an Cockpit-Tür

Bereits in einem Zwischenbericht im vergangenen Mai war die BEA zu dem Ergebnis gekommen, dass Lubitz das Flugzeug absichtlich abstürzen ließ. Den Flugkapitän hatte er zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt. Der 27-Jährige hatte in der Vergangenheit unter schweren Depressionen gelitten und sich in den Tagen vor dem Absturz im Internet über Möglichkeiten eines Suizids informiert.

In ihrem Abschlussbericht verzichteten die Ermittler allerdings auf eine Empfehlungen für Veränderungen an verschlossenen Cockpit-Türen. Die Türen seien wegen der Gefahr einer terroristischen Bedrohung gesichert, sagte BEA-Chef Rémi Jouty. Viele Fluglinien haben inzwischen eine Regelung eingeführt, nach der stets eine zweite Person im Cockpit sein muss. Diese zweite Person sollte aus Vertrauensgründen zuvor ausgewählt werden, sagte Jouty.

Quelle: n-tv.de

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