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Ein Beamter der Polizei steht mit einer Kamera neben der Unglücksstelle.
Ein Beamter der Polizei steht mit einer Kamera neben der Unglücksstelle.(Foto: dapd)

Tote bei Flugzeug-Kollision in Hessen: Ermittler wollen Opfer obduzieren

Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke der letzten Jahre in Deutschland kollidieren zwei Kleinmaschinen in der Luft und stürzen dann ab. Acht Menschen sterben, darunter vier Kinder. Um die Unglücksursache zu klären, sollen die Opfer jetzt obduziert werden.

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Nach der Kollision der beiden Kleinflugzeuge in Hessen wollen die Ermittler mit Obduktionen der acht Todesopfer neue Erkenntnisse gewinnen. Unter den Toten sind auch vier Kinder. Die Katastrophe hatte sich am Samstag rund 30 Kilometer nördlich von Frankfurt nahe Wölfersheim ereignet. Bei einem der schwersten Flugzeug-Unglücke der vergangenen Jahre in Deutschland waren die beiden Maschinen nach der Kollision in der Luft abgestürzt. Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig ist eingeschaltet.

Die Dunkelheit erschwerte die Untersuchungen. Während der Nacht zum Sonntag standen die Ermittler vor einem Rätsel: Die Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Der Polizeisprecher Jörg Reinemer sagte: "Die sind aneinandergeraten in der Luft und danach gab es diesen schrecklichen Absturz, aber warum wissen wir nicht." Bei dem Unfall gegen 16.15 Uhr habe gerade noch die Sonne geschienen. "Es war noch sehr klare Sicht", erklärte Reinemer.

Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig sei alarmiert worden. "Wahrscheinlich dauert es Tage, bis Ergebnisse vorliegen", sagte der Sprecher. Zusammenstöße zweier Flugzeuge sind höchst selten. Die Bürger der umliegenden Gemeinden zeigten sich erschüttert.

Flugzeuge völlig zerstört

Die beiden Kleinflugzeuge sind völlig zerstört.
Die beiden Kleinflugzeuge sind völlig zerstört.(Foto: dapd)

Laut Polizei hatten vermutlich fünf Todesopfer in einem und drei im anderen Flugzeug gesessen. Die Kinder verteilten sich wohl auf beide Maschinen. "Es ist ein schreckliches Bild, das sich hier den Einsatzkräften bietet", sagte der Landrat des Wetteraukreises, Joachim Arnold,  an der Absturzstelle. Deshalb seien auch Seelsorger im Einsatz, um den Helfern psychologische Unterstützung anzubieten. Die Trümmer lagen über mehrere hundert Meter auf einem Feld nahe dem Ortsteil Melbach verstreut. Ein Polizeihubschrauber leuchtete die weiträumig abgesperrte Unglücksstelle aus. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war bei Minusgraden im Einsatz. Der Frost behindere die Arbeiten aber nicht allzu sehr, hieß es.

Auch Hessens Innenminister Boris Rhein war an der Unglücksstelle und sprach von einem erschütternden und furchtbaren Bild. Er dankt den Helfern für ihren Einsatz: "Ich habe den allergrößten Respekt vor dem, was die Männer und Frauen angesichts des schweren Einsatzes hier geleistet haben."

Flugplatz Reichelsheim in der Nähe

Nur wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt liegt der Flugplatz Reichelsheim, der vor allem von Geschäfts- und Freizeitmaschinen angeflogen wird. Dort ist auch der Rettungshubschrauber des Luftrettungszentrums Hessen stationiert. Dieser wurde von der Leitfunkstelle Frankfurt alarmiert, für die Opfer kam aber jede Hilfe zu spät.

Erst im März war in der Nähe des südhessischen Flugplatzes Egelsbach ein Flugzeug abgestürzt. Auch dieser wird hauptsächlich von kleineren Maschinen angeflogen. Dabei waren drei Männer und zwei Frauen gestorben.

Im August 2011 waren beim Zusammenstoß zweier deutscher Kleinflugzeuge in Österreich drei Menschen ums Leben gekommen. Im Sommer 2009 starben vier Menschen, als ein Hubschrauber und ein Kleinflugzeug stoßen nahe Ellwangen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg zusammenprallten.

Quelle: n-tv.de

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