Dienstag, 09. März 2010
"Zweifelhafte Behandlungen" auf Video: Ermittlungen gegen Diakonie
Die Staatsanwaltschaft geht nun auch Misshandlungs-Vorwürfen gegen eine Einrichtung der Diakonie nach. Die Strafverfolger in Düsseldorf ermitteln gegen 17 frühere Mitarbeiter eines Tochterunternehmens der Graf-Recke-Stiftung wegen Misshandlung und Freiheitsberaubung.
Bei den Ermittlungen geht es um Misshandlung Schutzbefohlener, Freiheitsberaubung und Nötigung autistischer Kinder.
(Foto: dpa)
Das evangelische Sozialwerk Diakonie ist Vorwürfen der Kindesmisshandlung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen 17 ehemalige Mitarbeiter eines Tochterunternehmens der zur Diakonie Rheinland gehörenden Graf-Recke- Stiftung. Ihnen werde körperliche Misshandlung von Schutzbefohlenen und Freiheitsberaubung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Johannes Mocken.
Im Unterschied zu den Vorkommnissen in der katholischen Kirche gehe es dabei nicht um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, betonte Mocken. Die Mitarbeiter hätten bei autistischen Kindern "zweifelhafte Behandlungen" angewandt und diese auf Video gebannt.
Die Kinder, die körperlichen Kontakt nicht ertragen können, seien "teilweise stundenlang umklammert" oder an Stühlen festgebunden worden. Bei Gegenwehr sei ihnen das Essen entzogen worden. Zum Teil seien Kinder über mehrere Tage eingesperrt worden. Die Staatsanwaltschaft wertet derzeit rund 200 Stunden Videomaterial aus. Wie viele Kinder gequält wurden, war zunächst unklar.
Über die Ermittlungen gegen die früheren Mitarbeiter der Stiftungstochter Educon hatte die ARD berichtet. Educon betreibt Schulen und unterhält Wohngruppen für behinderte und verhaltensauffällige Kinder im Großraum Düsseldorf. Bereits Mitte 2008 waren nach Angaben von Educon erste Vorwürfe bekanntgeworden. Die Geschäftsführung hatte die Mitarbeiter entlassen und Selbstanzeige erstattet.
Odenwaldschule ermittelt noch
(Foto: APN)
Nach dem Bekanntwerden von sexuellem Missbrauch an der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim untersucht das renommierte Internat das Ausmaß der Übergriffe. Dazu müssten Faxe, E-Mails, Briefe und Telefonate ausgewertet werden, sagte Sprecherin Gertrud Ohling-von Haken. Ergebnisse sollen am Donnerstag vorgestellt werden. Bis dahin bleibe es seitens der Schule zunächst bei den erwähnten 24 Fällen aus den 1970er und 80er Jahren. Darunter sei auch eine Frau. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Die Odenwaldschule hatte am Montag Briefe an rund 900 ehemalige Schüler verschickt. Über Reaktionen darauf wurde zunächst nichts mitgeteilt. Der stellvertretende Schulleiter Uwe Koltzsch sagte allerdings, im Sekretariat gingen viele Anrufe ein. Die Schule hatte eine telefonische Hotline für Opfer angekündigt. Direktorin Margarita Kaufmann rief ehemalige Schüler auf, sich im Falle eines Missbrauchs zu melden. Für Ende März ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Privatschule geplant, auf der auch personelle Konsequenzen besprochen werden sollen.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Panorama
-
Historische Gebäude
Coburger Altstadt brennt
-
Detonation tötet einen Menschen in Chile
Auto löst Landmine aus
-
Acht schlimme Jahre in Bosnien
Deutsche als Sklavin gehalten
-
Todesfall beim Volleyballspiel in Japan
Russischer Konsul stirbt
-
Raffaels Kultbild wird 500
"Die Sixtina lehrt Ehrfurcht"
-
In Kampfuniform
Finne erschießt Nachtschwärmer
-
Totschlag vor 33 Jahren
51-Jähriger angeklagt
-
Berlusconi und seine Partys
Mädchen tanzte als Obama
-
Operation gegen Hells Angels in Kiel
Polizei sucht Folterkammer
-
Strandgut erinnert an Katastrophe
Tsunami-Harley wird ausgestellt
-
Busunglück mit 14 Toten
Anwalt fordert Bewährungsstrafe
-
Mit Frau und vier Kindern
Evangelischer Pastor wird Priester

