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"Deepwater Horizon": Erste Festnahme in den USA

Es ist die erste Festnahme im Zusammenhang mit der "Deepwater Horizon"-Ölkatastrophe. Doch es geht nicht um Verantwortung für die Havarie der Bohrinsel. Dem Ingenieur wird vorgeworfen, Beweismaterial vernichtet zu haben.

Am 20. April 20120 explodierte die "Deepwater Horizon" und löste die größte Ölpest der US-Geschichte aus.
Am 20. April 20120 explodierte die "Deepwater Horizon" und löste die größte Ölpest der US-Geschichte aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist einehemaliger Ingenieur des britischen BP-Konzerns festgenommen worden. Wie dasJustizministerium in Washington mitteilte, wird dem 50-Jährigen vorgeworfen,Beweismaterial vernichtet zu haben.

Demnach soll er entgegen Anweisungen der Behörden und auchvon BP selbst mehrere hundert SMS-Botschaften auf seinem Smartphone gelöschthaben, in denen es zum Teil um die ausgeflossene Ölmenge ging. Auch hätten siefrühzeitige Hinweise auf das Scheitern eines Versuchs enthalten, das Leck amMeeresboden durch ein schweres Schlammgemisch zu verstopfen.

Der Ex-Mitarbeiter soll sich nun wegen Behinderung derJustiz in zwei Fällen verantworten. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihm nachAngaben des Ministeriums bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu250.000 Dollar (rund 190.000 Euro) für jeden Anklagepunkt.

Es ist das erste Mal im Zusammenhang mit dem Vorfall, dassein Beteiligter strafrechtlich belangt werden soll. Eine Arbeitsgruppe mitVertretern verschiedener US-Behörden untersucht, ob kriminelles Verhalten zurKatastrophe beitrug. Daneben laufen Zivilverfahren zur Festsetzung etwaigerEntschädigungsleistungen.

Bei der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon"am 20. April 2010 waren elf Menschen ums Leben gekommen. 87 Tage lang liefenbis zu 4,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl ins Meer. Ganze Küstenstreifenwurden verschmutzt, die Fischerei- und Tourismusindustrie empfindlichgetroffen.

BP äußerte sich nicht direkt zu den Vorwürfen gegen denehemaligen Mitarbeiter. In einer Mitteilungwurde jedoch betont, es sei "klare" Vorschrift des Konzerns gewesen,Beweismaterial zu bewahren. BP arbeite bei den Ermittlungen mit den Behördenzusammen.

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Quelle: n-tv.de