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Die Erzieherin ist wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung angeklagt.
Die Erzieherin ist wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung angeklagt.(Foto: dpa)

Ertrunkenes Kita-Kind: Erzieherin: "Es tut mir so leid"

Ein 16 Monate alter Junge stiehlt sich in der Kita unbemerkt aus dem Hühnerstall, fällt kopfüber in einen Kübel und ertrinkt. Dafür wird eine Erzieherin nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Amtsgericht Minden hat eine 38-jährige Erzieherin nach dem Tod eines Kleinkindes zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Zuvor lehnten die Eltern als Nebenkläger die Einstellung des Verfahrens ab. Nach der Aussage mehrerer Zeugen hatte die Anwältin der heute 38-jährigen Angeklagten diesen Schritt vorgeschlagen. Ihre Mandantin sei psychisch schwer angeschlagen und habe ihre berufliche Existenz bereits verloren.

In der privaten Kindertagespflege war im Juni 2015 ein kleiner Junge ums Leben gekommen. Das 16 Monate alte Kind hatte sich unbemerkt aus einem Hühnerstall geschlichen, in den die Frau mit insgesamt sechs Kindern gegangen war. Dann stürzte er kopfüber in den Plastikkübel, in dem das Wasser nur wenige Zentimeter hoch stand.

Der Richter sah es als erwiesen an, dass die Leiterin der Tagesstätte ihre Sorgfalts- und Aufsichtspflicht verletzt hat. Mit dem Urteil schloss sich das Gericht der Forderung der Nebenkläger an. Die Staatsanwaltschaft hatte nur eine Geldstrafe für die Hartz-IV-Empfängerin gefordert. Die Verteidigung selbst hatte keinen Strafantrag gestellt und ließ offen, ob sie das Urteil annehmen wird.

Die 38-Jährige hatte zum Auftakt ihren Fehler eingestanden und angegeben, das Kind kurz aus dem Auge verloren zu haben. Sie sprach den Eltern ihr tiefes Mitgefühl aus. "Es tut mir so leid", sagte sie in Richtung der Eltern des toten Jungen.

Quelle: n-tv.de

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