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Aus Geschlagenen werden irgendwann Schläger oder Schlimmeres.
Aus Geschlagenen werden irgendwann Schläger oder Schlimmeres.(Foto: picture alliance / dpa)

Analyse des Amoklaufs: Erziehung zur Gewalt

Noch immer erscheint völlig unklar, was einen jungen Mann dazu bringt, in einer Schule wahllos auf Kinder und Lehrer zu schießen. Der Kriminologe Christian Pfeiffer vermutet die Ursache in den veralteten Erziehungsmethoden, die viele Eltern in den USA nach wie vor pflegen.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer macht die repressive  US-Erziehungskultur für die große Zahl von Amokläufen dort verantwortlich. "Als Amokläufer wird man nicht geboren, dazu wird man gemacht", sagte Pfeiffer der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Dort werden jährlich mehr als 200.000 Schulkinder in der Klasse von ihrem Lehrer mit dem Stock gezüchtigt - bei uns unvorstellbar", ergänzte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen.

In den Vereinigten Staaten würden nur 15 Prozent der Kinder völlig gewaltfrei erzogen - "bei uns sind es 64 Prozent, in Skandinavien sogar zwischen 80 und 90 Prozent". Die Gewalterfahrungen in der Kindheit hätten direkten Einfluss auf die Bedeutung von Waffen, so Pfeiffer weiter. "

Aus unseren Untersuchungsergebnissen wissen wir, dass Menschen, die in der Kindheit immer wieder Misshandlungen, Prügelstrafen, Lieblosigkeit und Ohnmacht erleben mussten, als Erwachsene weit häufiger Waffen besitzen wollen als gewaltfrei und liebevoll erzogene Menschen. Waffen verleihen Macht. Und hier liegt nun der große Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen Ländern."

Die Polizei in Newton hatte am Sonntag eingeräumt, dass das Motiv des Täters weiter im Dunkeln liegt. Wie Paul Vance von der Staatspolizei in Connecticut mitteilte, gab Lanza Hunderte von Schüssen ab - und hatte noch mehrere hundert Schuss Munition, als er sich selbst tötete.

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Quelle: n-tv.de

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