"Keine Blackouts zu befürchten" Es bleibt frostig

Es bleibt frostig in Deutschland, Plusgrade sind vorerst nicht in Sicht. Die Kältewelle in Europa treibt den Preis für Heizöl nach oben. Auch Osteuropa leidet weiter unter Eis und Schnee.
Eisschollen auf der Donau, Extremfrost in Osteuropa und weitere Kältetote: So starben in Italien seit Anfang Februar mindestens 40 Menschen. Bitterkalt war es in der Ukraine und Russland: Mit bis zu minus 28 Grad war die Nacht zum Mittwoch die bislang kälteste im Gebiet Moskau in diesem Jahr. Das Gesundheitsministerium in der Ukraine gab die Zahl der Kältetoten weiter mit mindestens 135 an, die meisten waren Obdachlose. Mehr als 2400 Menschen liegen mit Erfrierungen in Krankenhäusern.
Auch in Deutschland gab es zweistellige Minusgrade: Am kältesten war die Nacht im bayerischen Oberstdorf mit minus 23 Grad. Die Kältewelle in Europa trieb den Heizölpreis in Deutschland auf den höchsten Stand seit Sommer 2008.
Stromversorgung steht
Matthias Kurth von der Bundesnetzagentur stellte bei n-tv klar, dass die deutsche Stromversorgung gesichert ist. "Dadurch, dass die Hälfte der Atomkraftwerke noch am Netz ist, ist tatsächliche Produktion nicht so stark reduziert, wie es vielleicht den Eindruck macht. Wir haben Steinkohle, wir haben Braunkohle, wir haben Gaskraftwerke. Zum Teil trägt auch die Solarenergie in der Mittagsstunde zu unserer Versorgung bei." Dies etlle klar, dass Deutschland seine Stromversorgung trotz der heftigen Kälte sicher stellen könne. "Es ist ja keine Überraschung, dass es mal einen Winter gibt, der kalt wird."
Kurth stellte klar, dass nicht Blackouts kommen werde, "obgleich das Netz sicherlich unter einer Stressbelastung steht". Es sei bekannt, dass Deutschland nicht gerade über ein ideales Netz verfüge. Dies werde in den nächsten Jahren auch gerade wegen der Erneuerbaren Energie gewaltig ausbaut. Das geht nicht über Nacht, aber mit Maßnahmen, die eigentlich nur für Notfälle gedacht waren, können die Netzbetreiber das Netz stabil halten." Dies werde schon von langer Hand im Sommer geplant. Dann würden solche Situationen simuliert und durchgespielt.
Eis wird dicker
Dicke Eisschollen legten die Schifffahrt auf der Donau in Bulgarien lahm. Der Fluss sei bei der Donaustadt Russe sowie weiter östlich zu 90 Prozent zugefroren, teilte die bulgarische Donaubehörde mit. Nach Medienberichten erfroren bislang mindestens elf Menschen. Wegen Treibeises war auch die Elbe seit Dienstagabend von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg komplett für den Schiffsverkehr gesperrt.
Hannovers größter Binnensee, der Maschsee, ist nun offiziell zum Betreten freigegeben. Mitarbeiter der Stadt maßen am Vormittag deutlich mehr als die erforderlichen 13 Zentimeter Eisdicke. Sollte es bis zum Wochenende so kalt bleiben, werden zehntausende Menschen zum Schlittschuhlaufen auf dem See erwartet. 2009 durfte der See zum letzten Mal betreten werden. 2003 war das Eis sogar so dick, dass Buden darauf aufgebaut werden durften. Der Maschsee ist 2,4 Kilometer lang und bis zu 500 Meter breit.
In Italien wird Ost und Gemüse knapp
Unter den Opfern in Italien sind Obdachlose, die erfroren sind, aber auch Menschen, die beim Schneeschippen einen tödlichen Herzinfarkt erlitten haben oder bei Unfällen auf eisglatten Straßen starben, wie der Mailänder "Corriere della Sera" berichtete. Während es kalt bleibt und es von Freitag an wieder schneien soll, werden in Italien Obst und Gemüse knapp.
In Russland waren im Januar offiziellen Angaben zufolge 64 Menschen erfroren. In Rumänien starben seit Ausbruch des Extremfrosts 41 Menschen, landesweit blieben zahlreiche Schulen geschlossen, weil Heizungen nicht funktionierten und Straßen nicht zu befahren waren. Mindestens 68 Opfer der Kälte hatte es in Polen gegeben.
Prag zittert vor Kälterekord
In Tschechien erreichte die Zahl der Toten inzwischen 20. Einen erneuten Kälteeinbruch erwarten die Meteorologen in Prag am Wochenende. Dann könnte der Kälterekord von minus 42,2 Grad aus dem Jahr 1929 geknackt werden.
In den nächsten Tagen werden in Deutschland höchstens minus ein bis minus zehn Grad am Tag und bis minus 16 Grad in den Nächten erwartet. Frühestens in der nächsten Woche könnte tagsüber vielleicht mal die Null-Grad-Marke geknackt werden.