Montag, 23. Januar 2006
In Polen friert der Diesel ein: Es ist kalt
Mit Tiefstwerten bis unter minus 34 Grad war der Montag der bisher kälteste Tag in diesem Winter. Bereits am Sonntag gab es die ersten Kältetoten. In Wolfen in Sachsen-Anhalt stürzte eine 74-jährige gehbehinderte Frau auf dem Weg zum Briefkasten vor ihrem Haus. Sie konnte nicht allein aufstehen und erfror.
In Chüttlitz nahe Salzwedel, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, starb ein 48 Jahre alter Mann, der auf einem Feldweg zu Fuß unterwegs von einer Feier nach Hause war. Im niedersächsischen Hameln erfror ein 68-Jähriger nach einem Sturz wenige Meter von seinem Haus entfernt. Im hessischen Wiesbaden starb ein 39 Jahre alter Obdachloser.
Die Städte richteten teilweise mehr Unterkünfte für Obdachlose ein. München stellte Notunterkünfte oder Zimmer in einfachen Pensionen zur Verfügung, wo Betroffene übernachten können. Tagsüber gibt es außerdem Wärmestuben für Obdachlose. In Berlin stehen drei U-Bahnhöfe als Notunterkünfte zur Verfügung. Auch in Stuttgart sollen bei Bedarf mehr Zimmer angemietet werden.
Rekordwerte wurden vor allem im Osten und Südosten registriert. Am bayerischen Funtensee wurden am Morgen minus 34,8 Grad gemessen, im bayerischen Haidmühle zitterten die Bewohner bei minus 27 Grad, in Morgenröthe-Rautenkranz in Sachsen bei minus 24,5. Spitzenreiter der Stationen des Deutschen Wetterdienstes war Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 23 Grad. In Berlin war es mit 17,8 Grad Frost so kalt wie seit 64 Jahren nicht mehr.
Auf den Straßen hatten die Pannenhelfer alle Hände voll zu tun. "Wir werden zu fast doppelt so vielen Pannen gerufen wie sonst", sagte ADAC-Sprecher Jürgen Grieving. "Meist sind es Probleme mit der Batterie." Auch der Schiffsverkehr litt unter der Kälte. Die Oder, die wegen treibender Eisschollen seit Tagen gesperrt ist, fror weiter zu. In Nordbayern wird von Dienstag an der Rhein-Main-Donau-Kanal zwischen Nürnberg und Berching gesperrt sein.
In Polen friert der Diesel ein
Auch in den kommenden Tagen bleibt es in Deutschland ebenso wie im europäischen Ausland frostig. Besonders schlimm ist die Lage in Polen. Dort erfroren seit Winterbeginn schon 150 Menschen, mindestens 21 allein am Wochenende. Bei Tiefsttemperaturen bis minus 31 Grad in der Nacht zum Montag brach in mehreren Orten der Nahverkehr zusammen, weil der Dieselkraftstoff in den Bussen gefror. Seit dem Wochenende erhält Polen zudem weniger Erdgas aus Russland.
In Tschechien starben bei Temperaturen bis minus 30 Grad mindestens drei weitere Menschen. Insgesamt kamen bislang mindestens 16 Menschen ums Leben. Im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin musste der erste Block vorübergehend vom Stromnetz genommen werden.
In der russischen Stadt Podolsk bei Moskau und in Murmansk saßen am Montag insgesamt etwa 15.000 Menschen im Kalten, weil ihre Heizungen ausgefallen waren. In der Nähe von Moskau war eine Fernwärmeleitung zwischen einem Heizkraftwerk und 26 Hochhäusern geplatzt.
In der Ukraine erfroren am Wochenende 24 Menschen, teilte das Gesundheitsministerium in Kiew mit. 371 Menschen wurden wegen Unterkühlung in Krankenhäuser gebracht. In Georgien saß die Bevölkerung wegen der Anschläge auf Strom- und Gasleitungen in Russland den zweiten Tag in ungeheizten Häusern. In der Hauptstadt Tiflis erhalten in den nächsten Tagen nur Krankenhäuser und Bäckereien Gas, ordneten die Behörden an. Dort herrscht mit 15 Grad Frost der kälteste Winter seit zwölf Jahren.
Bilderserien zur Nachricht
Panorama
-
"Das ist alles nur traurig, traurig, traurig"
Kollegen erinnern an Houston
-
Japanischer Kaiser am Herzen erkrankt
Akihito bekommt einen Bypass
-
Superstar, Legende, Queen of Pop
Keine war wie Whitney Houston
-
We will aways love her
Whitney Houston gestorben
-
We will aways love her
Whitney Houston ist tot
-
Zwei Tote
Flugzeug stürzt ab
-
Falsche Tochter schöpft Verdacht
Entführung fliegt nach Jahren auf
-
Messie-Wohnung in Berlin-Neukölln
Entrümpler finden Gebeine
-
Havarie der "Costa Concordia"
Ermittler untersuchen Video
-
Von eisig und trocken zu kalt und nass
Auf Eiseskälte folgt gefährliche Glätte
-
Angeschossene Kongressabgeordnete
Kriegsschiff nach Giffords benannt
-
"Das hier ist meine Kaliber .45"
Mann "erschießt" Computer


