Wetter vor WechselstimmungEs kann noch Sommer geben

Regenschirm statt Sonnenhut, warmer Kakao statt kaltes Wasser, Sauna statt Freibad: Der Sommer meint es nicht besonders gut mit den Deutschen. Aber es gibt Hoffnung, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Der Sommer kann noch einen großen Auftritt haben. Schon bald.
Regenschirm statt Sonnenhut, warmer Kakao statt kaltes Wasser, Sauna statt Freibad: Der Sommer meint es nicht besonders gut mit den Deutschen. Aber es gibt Hoffnung, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Der Sommer kann noch einen großen Auftritt haben. Schon bald.
Björn, so langsam könnte der Sommer doch endlich mal auf Touren kommen. Wie lange müssen wir noch warten?
Das Warten geht leider weiter. Zwar kann sich zwischenzeitlich immer mal wieder wärmere Luft reinmogeln. Und auch auf die Sonne müssen wir nicht ganz verzichten. Das gilt insbesondere zum Wechsel in die nächste Woche. Sonntag, Montag und Dienstag könnten aus heutiger Sicht endlich mal wieder häufiger Sommerfeeling bringen.
Ist das der Sommerdurchbruch?
Das ist derzeitig leider nicht wirklich wahrscheinlich. Momentan deutet die größere Zahl der Wettermodelle ab Mitte der kommenden Woche wieder auf ein starkes Azoren-/Atlantikhoch hin. Damit würde Mitteleuropa in eine nordwestliche und kühle Strömung kommen und die Tiefs sorgen bei solchen Lagen zudem auch immer wieder für wechselhafte Aussichten.
Aber irgendwann müssen wir doch mal auf die warme und schöne Seite kommen?
Grundsätzlich halten unsere Wetterlagen im Maximum rund sechs bis acht Wochen. Anschließend gibt’s dann eine große Umstellung. Für die recht unbeständige Wetterlage, die wir ja schon seit Wochen erleben, könnte es in etwa Anfang August eng werden. Und wenn es danach für eine sommerliche Lage reichen sollte, dann brauchen wir den Hochsommer mit Hitze und allem, was dazu gehört, in diesem Jahr nicht abzuschreiben. Dementsprechend würde ich persönlich für den August auf einen wärmeren, aber nach wie vor eher unbeständigen Witterungsverlauf tippen. Sollte das auch nicht klappen, dann müssen wir schon mal langsam auf den Spätsommer hoffen.
Daran wollen wir doch noch gar nicht denken. Wie sieht es denn in den kommenden Tagen im Detail aus?
Nach teils kräftigen Regengüssen und Gewittern am Donnerstag bleibt es auch am Freitag wechselhaft. Leider wird damit auch der letzte Rest der zeitweise schwülen Sommerluft im Süden abgedrängt und somit sind nach 17 bis 27 Grad am Donnerstag am Freitag nur noch 15 bis 23 Grad drin. Eine ähnliche Temperaturspanne bringt uns auch der Samstag. Allerdings wird das Schauerrisiko vor allem im Norden geringer und dort ist die Sonne auch schon länger mit dabei. Am Sonntag hält der Trend zur Besserung weiter an: Von letzten Tropfen an den Alpen mal abgesehen ist es mehrheitlich trocken und oft freundlich. Die Temperaturen erreichen im Norden zwischen 17 und 20 Grad. Ansonsten sind es meistens 20 bis 25 Grad.
Und dann kommt der Kurzzeitsommer?
Die Tendenz zu wärmeren Werten bleibt auf jeden Fall bestehen. Montag und Dienstag bringen häufig schöne 20 bis 26 Grad. Im Westen und Südwesten auch mal darüber. Danach kann sich die sommerlich warme Luft im Süden tendenziell noch länger halten, während es in der Nordhälfte voraussichtlich mal wieder kühler wird.
Oh je.
Leider schon. Zur kleinen Aufmunterung: es geht auch ganz anders. Wenn wir nämlich an den wohl nassesten Ort der Erde blicken: das indische Cherrapunjee, das alljährlich extrem heftig vom Monsun heimgesucht wird. Dort sind allein in den vergangenen sieben Tagen knapp 2000 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das ist um ein vielfaches mehr als ein ganzer Jahresniederschlag in unseren Breiten, der bei etwa 500 bis 900 Litern pro Quadratmeter liegt. Damit sind dort in diesem Jahr insgesamt bereits über 8000 Liter pro Quadratmeter runter gekommen. Der Jahresrekord beträgt unglaubliche 24555 Liter pro Quadratmeter.
Okay. Das ist viel schlimmer.
Sag' ich ja.