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Rätselhafte Entführung hält an: Ethan immer noch im Bunker

Die Situation ist absurd: Schon seit sechs Tagen harrt der Entführer zusammen mit dem kleinen Ethan inzwischen in einem selbst gebauten unterirdischen Bunker aus. Dem Jungen, der an Verhaltensstörungen leidet, geht es offenbar gut.

Der mutmaßliche Geiselnehmer: Vietnamkriegsveteran Jimmy Lee Dykes.
Der mutmaßliche Geiselnehmer: Vietnamkriegsveteran Jimmy Lee Dykes.(Foto: Reuters)

Im US-Bundesstaat Alabama ist der fünfjährige Ethan weiterhin in der Gewalt seines Kidnappers in einem unterirdischen Bunker. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass das Kind körperlich verletzt worden sei, berichtete die Zeitung "Opelika-Auburn News" unter Berufung auf die Behörden. Der Junge habe Medikamente, Malbücher, Spielsachen und etwas zu essen bekommen.

Die Polizei steht in regelmäßigem Kontakt mit dem Entführer, wobei sie über ein aus dem Bunker ragendes Lüftungsrohr kommunizieren sollen. "Wir halten die Kommunikationsmöglichkeit 24 Stunden pro Tag offen; wann immer er reden möchte", heißt es in der Behördenmitteilung, die dem lokalen Fernsehsender WSFA vorliegt. Die Polizei veröffentlichte erstmals auch ein Foto des Verdächtigten.

Ein ehemaliger FBI-Experte, der früher mit Kidnappern verhandelte, rät der Polizei zu Geduld. Das berichtete der TV-Sender CBS. Solange der Junge unverletzt sei, solle die Polizei nicht zu "drastischen Maßnahmen" greifen und etwa den Strom abstellen.

Der 65-jährige Entführer, bei dem es sich um einen Vietnamkriegsveteranen handelt, hatte am vergangenen Dienstag einen Schulbus gestoppt und den Busfahrer aufgefordert, ihm mehrere Kinder zu übergeben. Als der Busfahrer die Kinder verteidigte, erschoss er ihn und entführte den Jungen. Der Busfahrer wurde am Sonntag beigesetzt. An der Trauerfeier nahmen Angehörige und Freunde teil.

Der Entführer habe den Bunker selbst angelegt, heißt es. Der Kidnapper ist laut Nachbarn dafür bekannt, bis zu acht Tage lang in dem Bunker zu bleiben. Eine Nachbarin des Jungen sagte dem Sender ABC News, seine Mutter sorge sich um das Wohlergehen ihres autistischen Sohnes. Der Junge leide an Verhaltensstörungen und sie sei besorgt, was passieren würde, wenn er in einen "unkontrollierbaren" Zustand gerate. Medienberichten zufolge wurde bei dem Fünfjährigen bereits früher das Asperger-Syndrom (eine Form des Autismus) festgestellt.

Quelle: n-tv.de

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