Panorama
John Feit.
John Feit.(Foto: AP)

Mord an Schönheitskönigin: Ex-Priester nach 56 Jahren verhaftet

Ein Verbrechen im Jahr 1960, ein Verdächtiger, eine Kirche, die ihn aus dem Rampenlicht nimmt: Jahrzehntelang bleibt der Mord an Irene Garza ungesühnt. Bis jetzt. 56 Jahre nach der Tat verhaftet die US-Polizei einen ehemaligen Priester.

Im Jahr 1960 wird in dem texanischen Ort McAllen die damals 25-jährige Irene Garza ermordet. Garza war Grundschullehrerin und wurde 1958 zur "Miss All South Texas Sweetheart"-Schönheitskönigin gekrönt. Jahrzehntelang gilt der Fall als ungelöst – nun hat die Polizei den 83-Jährigen ehemaligen Priester John Feit verhaftet, der verdächtigt wird, die Tat vor 56 Jahren begangen zu haben.

Als Irene Garza zum letzten Mal gesehen wurde, war sie auf dem Weg in die "Sacred Heart Catholic Church", um dort die Beichte abzulegen. Der 27-jährige Feit war damals Priester in der Gemeinde und nahm die Beichte ab. Danach verschwand die Frau, zwei Tage später wurde sie tot aus einem Abwasserkanal geborgen. Erwürgt, an einem Dia-Projektor festgebunden, der die Leiche offenbar am Grund des Kanals halten sollte. Das Gerät gehörte John Feit.

Der Priester stand damals bereits im Fokus der Ermittlungen. Im Laufe der Untersuchungen meldete sich eine weitere Frau und warf Feit vor, sie einige Wochen zuvor angegriffen zu haben. Endgültig nachweisen konnte man ihm aber nichts – im Mordfall Garza wurde er nicht angeklagt. Die Kirche sorgte dafür, das Feit von der Bildfläche verschwand: Er wurde in ein Kloster versetzt, schließlich in eine Unterkunft für Priester mit Problemen. Der Fall wurde zu den Akten gelegt. In den 1970er Jahren gab Feit das Priesteramt auf, heiratete und bekam mit seiner Frau drei Kinder.

Angehörige geben nicht auf

Im Jahr 2002 schließlich gingen neue Hinweise bei der Polizei ein: Ein ehemaliger Mönch erzählte den Beamten, Feit habe ihm gegenüber in Beratungssitzungen gestanden, eine Frau getötet zu haben. Ein weiterer Priester bestätigte die Aussagen des Mönches - auch ihm habe der Ex-Priester davon erzählt. Feit selbst gab später an, sich nicht an diese Unterhaltungen erinnern zu können und stritt ab, Garza getötet zu haben.

Der Fall kam wieder nicht vor Gericht. Zwischenzeitlich starb der Priester, demgegenüber Feit gestanden haben soll. Doch die Familie der Ermordeten hat nie aufgegeben und immer wieder Druck auf die Behörden ausgeübt, den Fall weiter zu verfolgen. Ihre Bemühungen tragen erst im Jahr 2014 Früchte, als der Bezirksstaatsanwalt von Hildago den Fall offiziell wieder aufnimmt. Und tatsächlich reichen die Erkenntnisse, um Feit hinter Gitter zu bringen. Der 83-Jährige, der inzwischen in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona lebt, sitzt seit Dienstag in Haft.

"Die ganze Sache macht überhaupt keinen Sinn, weil das Verbrechen bereits 1960 geschehen ist", erklärte Feit vor Gericht. "Für diese Art von Verbrechen gibt es keine Verjährung", lautete die Antwort der Vorsitzenden Richterin.

Quelle: n-tv.de

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