Panorama

Profil des Opfers "provozierte" MörderFacebook wirkt strafmindernd

20.04.2011, 11:31 Uhr

In der Türkei verringert ein Gericht die Strafe für einen Mann, der seine Ehefrau ermordet hat. Der Verteidiger konnte den Richtern anhand des Facebook-Profils des Opfers, auf dem die Frau ihre Eheschließung verschwiegen und ihren Mädchennamen benutzt hatte, glaubhaft machen, sie habe ihn provoziert.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Auf ungewöhnliche Weise hat ein Türke nach dem Mord an seiner Ehefrau vor Gericht eine Strafminderung erwirkt: Ein Schwurgericht in der ostanatolischen Stadt Malatya billigte dem Angeklagten in einem Mordprozess auf der Basis eines Facebook-Eintrags des Mordopfers mildernde Umstände zu, wie örtliche Zeitungen berichteten. Die Frau hatte auf Facebook ihre Ehe verschwiegen und ihren Mädchennamen benutzt.

Der Anwalt des Angeklagten machte vor Gericht geltend, sein Mandant habe seine sechs Jahre jüngere Frau erstochen, weil sie ihn betrogen habe. Als Beweismittel führte er unter anderem den Facebook-Eintrag der Frau mit den falschen Angaben über ihren Familienstand ins Feld. Das Gericht entschied, der Angeklagte sei durch das Verhalten seiner Frau provoziert worden. Deshalb und wegen guter Führung senkte das Gericht die Haftstrafe. Statt lebenslang muss der überführte Mörder nun lediglich für 16 Jahre ins Gefängnis.

Quelle: AFP