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(Foto: picture alliance / dpa)

Schiff wird am Festland erwartet: Fähre ist nach Zwangspause wieder flott

Mit der einsetzenden Flut kann die "MS Frisia II" die Fahrt vor der Nordsee-Insel Juist wieder aufnehmen. Zuvor war die Fähre mit 650 Passagieren am Morgen auf Schlick festgelaufen.

Nach einer mehrstündigen Zwangspause auf dem Wattboden vor der Nordsee-Insel Juist ist die Fähre "MS Frisia II" mit 650 Passagieren an Bord wieder flott. Das Schiff konnte die Fahrt von der Insel zum Festlandhafen Norddeich Mole mit einsetzendem Hochwasser fortsetzen, teilte die Reederei Norden-Frisia mit. Die Fähre war am Morgen auf halber Strecke zwischen Juist und dem Festlandhafen auf Schlick festgelaufen. Gefahr bestand nach Reederei-Angaben nicht.

Die "Frisia II" war am Morgen von Juist mit vier weiteren Schiffen der AG Reederei Norden-Frisia in Richtung Norddeich aufgebrochen. "Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die Frisia II ist im Schlick aufgelaufen", sagte der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann. Die Lage war aber nicht dramatisch.

"Wir werden zwar verpflegt. Aber nach drei Stunden wurde das Wasser knapp. Es gab belegte Brötchen und Suppe", berichtete Kathrin Lührs telefonisch von Bord der "Frisia II". Die 26-Jährige wollte von ihrem Juist-Urlaub zurück aufs Festland. An Bord seien nur wenige Insulaner, die meisten Passagiere seien Urlauber. Auch viele Schwangere seien auf dem Schiff. "Das Service-Personal tut sein Bestes. Die können ja auch nichts dafür", sagte Lührs.

Kritik am Fährablauf

Passagierin Lührs kritisierte allerdings den Fährablauf. Zum einen hätten die Passagiere in Juist teils eineinhalb Stunden bei eisiger Kälte am Hafen stehen müssen. Und dann sei die "Frisia II", das größte der fünf Schiffe mit dem größten Tiefgang, zuletzt von Juist losgefahren, und habe damit das Niedrigwasser erwischt. "Das war nicht so clever." Etwa 30 Minuten sei man gefahren, als die Fähre aufs Watt aufgelaufen sei. "Wir sind nicht weit gekommen." Die Reederei setzte auf das Hochwasser.

Nicht nur der Weg von Juist ans Festland ist derzeit nur mit Glück zu bewältigen. Auch umgekehrt ist es schwierig. Einige Inselbewohner sind am Festland gestrandet. "Wir sind seit Sonntag hier. Die Flüge nach Juist sind komplett gestrichen. Wir warten nun auf Tauwetter", sagte Gisela Reuter, die auf Juist als Verwaltungsangestellte arbeitet. Sie und ihr Lebensgefährte hatten dabei noch Glück und bekamen ein Zimmer im Hotel Reichshof in Norden. Das Hotel ist fast ausgebucht, auch durch viele Juist-Rückkehrer, die noch auf ihr Gepäck warteten, das auf der "Frisia II" verstaut ist.

Die Inselflieger, die bei normalen Wetterbedingungen fast stündlich den Fünf-Minuten-Flug von Norddeich nach Juist absolvieren, warteten heute auf Wetterbesserung. "Derzeit geht nichts. Die Start- und Landebahn ist völlig vereist", hieß es bei den Inselfliegern.

Quelle: n-tv.de

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