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Die Nordseefähre MS Frisia II wiegt einige hundert Tonnen.
Die Nordseefähre MS Frisia II wiegt einige hundert Tonnen.(Foto: dpa)

650 Urlauber an Bord: Fähre steckt im Nordsee-Watt fest

Zwischen Juist und Norddeich kommen 650 Urlauber nicht weiter. Ihre Fähre liegt platt auf dem Wattboden und wird wohl erst wieder am Abend freikommen - dann könnte das Hochwasser gerade so reichen.

Eigentlich wollten rund 2000 Urlauber die ostfriesische Insel Juist heute mit der Fähre der Reederei Norden-Frisia Richtung Festland verlassen. Doch für 650 Menschen kam es anders als erwartet.

Zwar setzte die AG Reederei Norden-Frisia außerplanmäßig fünf Fähren ein, nachdem der Fährverkehr am Montag wegen Niedrigwassers eingestellt worden war. "Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die MS Frisia II ist im Schlick aufgelaufen", sagte der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann.

An Bord des 63,5 Meter langen Schiffes sind 650 Passagiere und rund ein Dutzend Besatzungsmitglieder. Sie warten nun auf das nächste Hochwasser, das um 19:37 Uhr kommen soll. Für die Passagiere bestehe aber keine Gefahr, versicherte ein Sprecher der Reederei dem "NDR". "Sie sitzen im Warmen und Trockenen und genug zu essen gibt es auch."

Das Schiff liegt platt auf dem Wattboden. Dass es kippen könnte, ist nicht zu befürchten. Das Fahrgastschiff hat einen Tiefgang von etwas mehr als einem Meter. "Wir brauchen nur die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel. Dann könnten wir uns mit Motorenkraft freischwimmen", hofft Ackermann. "Da könnte das Hochwasser gerade so reichen."

Per Feuerwehr zur Fähre

Es herrscht derzeit noch Ostwind, der das Wasser seewärts drückt. Da fällt das Hochwasser schon mal niedriger aus. Es könnte also Millimeter-Arbeit werden, denn immerhin wiegt das Schiff einige hundert Tonnen.

Allein der Weg zu dem Fähranleger auf der Insel Juist war für die Urlauber eine Herausforderung, wie der NDR berichtete. Schließlich ist die ostfriesische Insel autofrei. Mit den traditionellen Pferdefuhrwerken gab es aber laut Feuerwehr kein Fortkommen. Schließlich hat die örtliche Feuerwehr die Gäste mit zwei Löschfahrzeugen und einem Mannschaftsbus chauffiert.

Mit etwas Glück können die Fahrgäste die Frisia II auch schon etwas früher verlassen. Die Reederei erwägt, gegen 18 Uhr eine kleinere Fähre loszuschicken, auf die die Passagiere dann umsteigen könnten. Eine solche Aktion müsste nach Angaben der Reederei aber von den Seenotrettern begleitet werden. Ob es dazu kommt, soll erst am Nachmittag entschieden werden.

Quelle: n-tv.de

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