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Petrischale mit Fleischprobe.
Petrischale mit Fleischprobe.(Foto: dpa)

Fleischskandal weitet sich aus: Fahnder finden 24 Mal Pferd

Immer mehr Supermarktbetreiber finden heimlich untergemischtes Pferdefleisch in ihren Sortimenten. Das Verbraucherministerium rechnet mit vielen weiteren Funden. Unterdessen zeigt eine Umfrage, dass viele Deutsche durchaus freiwillig Pferdefleisch essen würden.

Die Suche nach heimlich untergemischtem Pferdefleisch in Lebensmitteln erzielt immer mehr Ergebnisse. In Deutschland haben die Kontrolleure in 24 Proben Anteile nicht deklarierten Pferdefleisches gefunden, berichtet das Bundes-Verbraucherministerium.

Dies sei der Zwischenstand nach 360 amtlichen DNA-Analysen in den Bundesländern, viele weitere Ergebnisse dürften noch folgen. Neben Fertigprodukten und Schlachtbetrieben untersuchen die Kontrolleure auch Großküchen wie Kantinen. Die bisher festgestellten positiven Proben betreffen Fälle in Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Laut Bundesverbraucherministerium könne noch nicht gesagt werden, wo im europäischen Skandal Hauptverursacher und Mitverursacher säßen. Auch in Großbritannien, Irland, Frankreich und Spanien wird ermittelt.

Funde bei Kaiser's und Aldi Süd

Die Discounterkette Lidl in der Schweiz fand nach eigenen Angaben bei "Combino" Penne Bolognese eines deutschen und "Coquette" Ravioli Bolognese eines französischen Produzenten Pferdefleisch. Die Waren seien ebenfalls aus dem Verkauf genommen worden.

Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hat bei eigenen Untersuchungen Pferdefleisch in der bereits zurückgerufenen Lasagne ihrer Eigenmarke A&P entdeckt. Die Tests hätten den Verdacht des Lieferanten bestätigt. Kaiser's Tengelmann hatte das Produkt bereits vor knapp zwei Wochen aus den Regalen genommen.

Der Discounter Aldi Süd hat im Pferdefleisch-Skandal ein weiteres Nudelgericht vorsorglich aus den Regalen genommen. In dem Produkt "Pasta Spezialitäten, 750 g (Sorte Penne Bolognese)" seien Anteile von Pferdefleisch gefunden worden, teilte Aldi mit. Es sei in den Filialen der Regionalgesellschaften Bingen, Kirchheim, Geisenfeld, Regenstauf und Helmstadt verkauft worden.

42 Prozent würden Pferdefleisch essen

Auch das Warenhaus Kaufland ist fündig geworden. In dem Tiefkühlgericht "K-Classic Penne Bolognese" seien geringe Anteile festgestellt worden. Das Unternehmen gehört ebenso wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm in Baden-Württemberg.

Die deutschen Verbraucher lehnen einer Umfrage zufolge Pferdefleisch trotz des aktuellen Skandals um falsch deklarierte Fertigmahlzeiten nicht grundsätzlich ab. Bei einer klaren Kennzeichnung würden 42 Prozent Pferdefleisch kaufen. Bei 45 Prozent der Befragten kommt Pferdefleisch dagegen nicht auf den Tisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts YouGov.

Quelle: n-tv.de

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