Dienstag, 18. September 2007
Als Studentin durchgefallen: Falsche Ärztin in Hamburg
Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat jahrelang eine angebliche Ärztin ohne nötige Qualifikation Patienten behandelt. Die Frau arbeitete seit März 2003 als Ärztin im Praktikum und seit September 2004 als Assistenzärztin, sagte der Ärztliche Direktor des UKE, Prof. Jörg F. Debatin.
Die Zeugnisse der ehemaligen Medizinstudentin waren gefälscht. Der Schwindel flog wegen Nachfragen der Ärztekammer Hamburg auf. Die angebliche Medizinerin legte nach Debatins Angaben ein Geständnis ab und zeigte sich selbst bei der Staatsanwaltschaft an. Sie wurde sofort vom Dienst suspendiert. Nach ersten Erkenntnissen hat sie keinem Patienten geschadet.
Die Frau im Alter von Anfang 30 sei nie eigenverantwortlich ärztlich im UKE tätig gewesen, sie habe immer unter der Aufsicht eines Fach- oder Oberarztes gestanden, betonte Debatin. "Dabei ist sie nie durch Leistungsdefizite oder unärztliches Verhalten aufgefallen." Die mutmaßliche Hochstaplerin sei von Vorgesetzten und Kollegen als fähige Ärztin geschätzt worden, ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet.
Debatin nahm die Personalabteilung des UKE in Schutz. Ein Fehlverhalten könne er nicht erkennen, da sämtliche Zeugnisse einschließlich der Approbationsurkunde als gefälschte "Originale" vorgelegt wurden. Mit solchen Bewerbungsunterlagen hätte er sie auch eingestellt, sagte der Ärztliche Direktor. Die Frau war als Medizinstudentin bei Vorprüfungen durchgefallen und stellte sich die nötigen Bescheinigungen für das weitere Studium selbst aus.
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