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Das wird teuer: Am Morgen nach der Feuernacht stehen die ausgebrannten Wracks noch an Ort und Stelle.
Das wird teuer: Am Morgen nach der Feuernacht stehen die ausgebrannten Wracks noch an Ort und Stelle.(Foto: dpa)

Verdacht auf Brandstiftung: Feuer zerstört Bundeswehr-Lkw

Ist es gemeingefährliche Lust am Zündeln - oder steckt mehr dahinter? Auf dem Gelände einer Werkstatt in Leipzig gehen mitten in der Nacht mehrere Militär-Lkw in Flammen auf. Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

Unbekannte haben in der Nacht in Leipzig Feuer auf dem Parkplatz eines Instandsetzungsbetriebs für Lkw gelegt. Die Flammen erfassten insgesamt acht Lastwagen und zwei Anhänger. Motorraum und Fahrerkabinen der nebeneinander abgestellten Fahrzeuge brannten komplett aus.

Zwischen Post-Frachtzentrum, Flughafen und Autobahn: Kurz vor halb zwei stehen die Lkw lichterloh in Flammen.
Zwischen Post-Frachtzentrum, Flughafen und Autobahn: Kurz vor halb zwei stehen die Lkw lichterloh in Flammen.(Foto: dpa)

Wie die Polizei mitteilte, gehören insgesamt sechs dieser Fahrzeuge - fünf Lkw und ein Anhänger - zum Fuhrpark der Bundeswehr. Die Fahrzeuge standen auf dem umzäunten Gelände einer Autofirma in Lützschena im Norden von Leipzig. Die Feuerwehr musste das Feuer aufgrund der starken Rauchentwicklung und der schwer zugänglichen Brandherde mit Löschschaum und unter schwerem Atemschutz bekämpfen.

Kripo und Staatsschutz ermitteln

Gestützt auf erste Erkenntnisse gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Hinweise auf etwaige Tatmotive oder gar einen politischen Hintergrund liegen der Polizei nicht vor. Auch die genaue Schadenshöhe war zunächst noch unbekannt. Kriminaltechniker sicherten vor Ort Spuren. "Die Kripo ermittelt, auch der Staatsschutz ist involviert", erklärte ein Polizeisprecher. Ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht.

Logistik-Einheiten des Militärs setzen für die Versorgung von Kasernen und anderen Einrichtungen mit Dingen des täglichen Bedarfs in der Regel herkömmliche Nutzfahrzeuge ziviler Bauart ein. Wartung und Reparatur dieser Fahrzeuge übernehmen üblicherweise Werkstätten als Vertragspartner der Bundeswehr. Bei den ausgebrannten Lkw handelt es sich Presseberichten zufolge allerdings um Fahrschul-Lkw.

Feuer in der Einflugschneise

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge gingen die ersten Notrufe gegen 2.20 Uhr ein. Mehrere Autofahrer auf der nahegelegenen A14 sowie eine Putzfrau bemerkten den Brand und alarmierten die Feuerwehr. Der Tatort in der Leipziger Poststraße liegt weniger als zwei Kilometer vom Flughafen Halle/Leipzig entfernt in der Einflugschneise der südlichen Landebahn. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt zudem das Güterverkehrszentrum Leipzig-Radefeld und ein Frachtzentrum der Deutschen Post.

Hinweise auf Brandstiftung ergeben sich schon aus dem Schadensbild: Auf Aufnahmen vom Tatort ist zu erkennen, dass das Feuer offenbar nahezu zeitgleich an mehreren Stellen entstanden sein muss. Im Fall eines technischen Defekts wäre dagegen zu erwarten, dass sich die Zerstörungen des Feuers schrittweise von einem einzelnen Brandherd her ausbreiten. Neben den Bundeswehr-Lkw zerstörte das Feuer auch zwei Wasser-Anhänger eines Unternehmens aus Markranstädt.

Zu denken geben den Ermittlern ähnliche Fälle aus den vergangenen Wochen: Ende Februar verübten Unbekannte in Leipzig-Leutzsch einen Brandanschlag auf einen Dienstwagen des Ordnungsamts. In der Neujahrsnacht fielen acht Fahrzeuge des Zolls auf einem Behördengelände im Stadtteil Eutritzsch den Flammen zum Opfer. In beiden Fällen, so heißt es in dem Bericht der "Leipziger Volkszeitung", hätten sich später Linksextremisten im Internet zu der Tat bekannt.

Quelle: n-tv.de

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