Panorama

#FiftyShadesofRed: Feuerwehr dokumentiert Erotik-Notfälle

Mit einer ungewöhnlichen Initiative wendet sich die Londoner Feuerwehr an die Bürger der britischen Hauptstadt. Weil immer mehr Londoner zu Hause "Fifty Shades of Grey" spielen, sammeln die Retter ihre "besonderen" Notfälle unter einem eigenen Hashtag.

Der Kinostart des Films "Fifty Shades of Grey" beschäftigt nicht nur das Feuilleton und Baumärkte, sondern auch Polizei und Feuerwehr. Unter dem #FiftyShadesofRed postet die Londoner Feuerwehr-Leitstelle inzwischen auf Twitter Notfälle, die wohl auf Nachahmungsfehlern von "Fifty Shades of Grey"-Konsumenten basieren.

Einen ähnlichen Trend hatte es bereits nach Erscheinen der Bücher gegeben. Demnach wurde die Feuerwehr allein 2013 und 2014 über 472 Mal zu Einsätzen gerufen, bei denen Leute in Gegenständen oder auch Gegenstände in Leuten stecken geblieben sind. Durch den aktuellen Kinoerfolg des Films befürchtet die Feuerwehr noch einmal deutlich ansteigende Zahlen. "Es scheint einen Fifty-Shades-Effekt zu geben", bestätigt Dave Brown von der London Fire Brigade. Der Film könne dazu führen, "dass mehr Menschen gefangen sind und sich selbst nicht mehr befreien können".

Alleine in den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Notrufen, die sich nur als autoerotische Unfälle erklären lassen. So rückte die Feuerwehr zu einem Mann aus, dessen Penis in einer Flasche feststeckte, und zu einem anderen, dessen Penisring sich nicht mehr entfernen ließ. Im vergangenen November musste ein Mann sogar von zwei entsprechenden Ringen befreit werden, die er drei Tage nicht losgeworden war. Auch Handschellen, die nicht mehr auf gingen, erwiesen sich als Problem, bei dem am Ende nur noch die Feuerwehr helfen konnte. Außerdem berichtete die London Fire Brigade von einem Mann, der sein bestes Stück nur zum Spaß in einen Toaster steckte.

Teures Vergnügen

Den Steuerzahler koste jeder derartige Einsatz mindestens 295 Pfund, heißt es von der Feuerwehr - umgerechnet etwa 400 Euro. In den vergangenen drei Jahren sind so Kosten von rund 388.000 Pfund entstanden.

Ob "Fifty Shades of Grey" auch in Deutschland solche Folgen haben wird, ist bisher nicht abzusehen. Die Berliner Polizei zumindest kann dem "Tagesspiegel" zufolge bisher keine genaueren Angaben zu der Zahl der gemeldeten Sexunfälle machen.

Von der Londoner Feuerwehr gibt es aber vorab schon einmal zwei wichtige Tipps: "Bei der Verwendung von Handschellen: Schlüssel immer bereithalten" und den "Gesunden Menschenverstand einschalten", schreibt sie auf Twitter. Wenn es nicht sicher aussehe, ist es das wahrscheinlich auch nicht, also solle man es lieber sein lassen. So könne man dafür sorgen, "dass sie am Ende nicht mit roten Gesichtern dastehen müssen".

Quelle: n-tv.de

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