Eine viertel Million für BordellbesucheFinanzinspektor langt zu

Weil sich ein Finanzinspektor fünf Jahre lang mit fingierten Hartz-IV-Auszahlungen selbst bediente, muss er jetzt für vier Jahre ins Gefängnis. Fast eine viertel Million zweigt er im Arbeitsamt ab und zeigt sich dann selbst an. Den größten Teil des Geldes hatte er für Bordellbesuche benötigt.
Das Landgericht Itzehoe hat einen ehemaligen Finanzinspektor wegen Unterschlagung einer knappen viertel Million Euro zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafkammer sprach den vormaligen Teamleiter der Agentur für Arbeit Elmshorn (Schleswig-Holstein) schuldig, mit gefälschten Auszahlungsanweisungen Hartz-IV-Geld abgezweigt zu haben.
Insgesamt 195 Mal habe der Angeklagte zwischen Oktober 2005 und Mai 2010 an einem Kassenautomaten des Jobcenters unberechtigt Geld abgehoben, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.
Der 49-Jährige hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach finanzierte er mit dem Geld größtenteils seine Nachtclub- und Bordell-Besuche. Den Hartz-IV-Empfängern sei kein finanzieller Schaden entstanden, da er stets dafür gesorgt habe, dass die Auszahlungen in deren Akten nicht auftauchten. Die entsprechenden Belege hatte er jedoch in seinem Schreibtisch gesammelt und bei seiner Selbstanzeige im Mai 2010 den Ermittlern übergeben.