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Auf einer belgischen Hühnerfarm werde Tausende mit Fipronil belastete Eier vernichtet.
Auf einer belgischen Hühnerfarm werde Tausende mit Fipronil belastete Eier vernichtet.(Foto: dpa)
Freitag, 11. August 2017

Verseuchte Eier in 17 Ländern: Fipronil-Skandal erreicht Asien

Anfangs tauchen mit Fipronil belastete Eier vor allem in Deutschland auf. Doch die betroffenen niederländischen Betriebe beliefern auch viele andere EU-Staaten. Selbst die asiatische Metropole Hongkong ist mit dem Problem konfrontiert.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier reicht mittlerweile bis nach Asien: Die EU-Kommission teilte mit, die Eier seien bisher in 15 EU-Ländern, der Schweiz und in Hongkong aufgetaucht. Sie berief für Anfang September ein Krisentreffen ein.

Der Skandal hat seinen Ursprung in Belgien und den Niederlanden: Die belgische Firma Poultry-Vision lieferte ein mit Fipronil gepanschtes Desinfektionsmittel an die niederländische Reinigungsfirma Chickfriend, die es anschließend offenbar zur Reinigung von Hühnerställen einsetzte.

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Niederländische Betriebe exportierten die belasteten Eier anschließend in zahlreiche europäische Länder, vor allem nach Deutschland: Das Bundeslandwirtschaftsministerium teilte mit, dass hierzulande rund 10,7 Millionen belastete Eier sichergestellt worden seien. Auch in Hongkong wurden laut EU-Kommission mittlerweile Fipronil-Eier aus den Niederlanden entdeckt. Viele Eier sind aber bereits verspeist oder in anderen Lebensmitteln verarbeitet.

Fipronil ist ein Insektizid, das in der Geflügelhaltung nicht verwendet werden darf. Bislang wurden nach EU-Angaben Geflügelhöfe in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland gesperrt, weil das Insektizid dort verwendet wurde.

Ministerin räumt Versäumnisse ein

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis will sich mit den zuständigen Ministern und Behördenvertretern am 4. oder 5. September beraten und "Lehren" aus dem Skandal ziehen, wie er erklärte. Schuldzuweisungen brächten dabei nichts. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt begrüßte "eine engere Abstimmung auf europäischer Ebene".

Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers hatte am Donnerstagabend eingeräumt, dass bereits Ende 2016 erste Hinweise auf den Gebrauch von Fipronil in niederländischen Legehennen-Betrieben aufgetaucht seien. Damals habe es aber keinen Verdacht gegeben, dass auch Eier belastet sein könnten. Frankreich teilte am Freitag mit, dort seien belastete Eier bereits im April in den Handel gekommen.

Die Staatsanwaltschaft im belgischen Antwerpen erklärte zeitgleich, dass schon im Juli 6000 Liter einer "verbotenen Flüssigkeit" in der Firma Poultry-Vision beschlagnahmt worden seien - laut Medienberichten handelte es sich um Fipronil.

Deutsche Verbraucher bleiben entspannt

Der Eier-Skandal ist der größte europäische Lebensmittelskandal seit der Entdeckung von als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch 2013. Zuvor hatten der Fund von Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch 1999 und die Angst vor den Folgen des Rinderwahns die Verbraucher stark verunsichert.

Im Eier-Skandal sehen die meisten Deutschen ihre eigene Gesundheit aber nicht gefährdet. Im jüngsten ZDF-Politbarometer sagten das 61 Prozent der Befragten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) versichert, dass durch den Verzehr belasteter Eier keine konkrete Gesundheitsgefährdung besteht. Dafür sind die Mengen zu gering.

Quelle: n-tv.de

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