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Philippinische Fischer zogen das havarierte Schiff bis an die Küste.
Philippinische Fischer zogen das havarierte Schiff bis an die Küste.(Foto: dpa)

Rätselhafter Tod auf hoher See: Fischer finden mumifizierten Deutschen

Wie lange die "Sayo" im offenen Meer trieb, kann niemand genau sagen: Als Fischer das Boot vor der philippinischen Küste finden, hat es schwere Schlagseite - der Mast ist gebrochen. Im Funkraum entdecken sie eine Leiche. Mit deutschen Papieren.

Philippinische Fischer machen am vergangenen Freitag rund 100 Kilometer vor der Küste der Provinz Surigao del Sur einen grausigen Fund: In einer im Meer treibenden Jacht finden sie die Leiche des deutschen Abenteurers Manfred B., der Monate zuvor von Martinique aus losgesegelt war. Der 59-Jährige muss seit Wochen tot gewesen sein - sein Körper war bereits mumifiziert. Ermittler rätseln jetzt, was dem passionierten Segler zugestoßen sein könnte. Berichten zufolge steuerte der Autopilot das Schiff.

"Für uns ist es ein Rätsel", sagte der Vizepolizeichef der Stadt Barabo, Mark Navales. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es derzeit nicht. Zwar sei bei der Leiche keine Geldbörse gefunden worden, aber diverse andere Wertgegenstände. Gegen die Theorie von einem Raub spricht auch, dass die Leiche sitzend im Funkraum entdeckt worden war. Mit einem Arm hat sich B. kurz vor seinem Tod offenbar auf dem Tisch abgestützt. Sein Kopf ruhte auf der Schulter. Die Ermittler vermuten, dass der 59-Jährige über Funk Hilfe rufen wollte.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung war B. bereits vor 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau aus Deutschland ausgewandert. Mit dem Einmaster "Sayo" war das Paar um die Welt gesegelt. Vor sieben Jahren soll die Ehefrau dann auf Martinique gestorben sein. B. machte sich allein auf die Reise zu den Philippinen. Als er gefunden wurde, war der Mast gebrochen und das Schiff gekentert.

Obduktion soll Todesursache klären

Ein Freund des Toten, den die "Bild" zitiert, glaubt nicht daran, dass B. in einen Sturm geraten ist. "Er war sehr erfahren", so der Bekannte. "Darum glaube ich auch, dass er nicht in einen Sturm steuerte. Der Mast muss gebrochen sein, als Manfred schon tot war." Ausschließen wollen die Ermittler derzeit dennoch nichts - auch eine natürliche Todesursache nicht. Die Obduktion der Leiche muss nun klären, woran der Mann tatsächlich gestorben ist.

Die Polizei habe sich bereits mit der deutschen Botschaft in Verbindung gesetzt, hieß es. Dass der Leichnam mumifiziert ist, erklären sich Experten mit dem trockenen und heißen Seeklima. Der Körper ist offenbar ausgetrocknet, noch bevor Bakterien das Gewebe zersetzen konnten. Die salzige Luft verhinderte zudem, dass der Fäulnisprozess einsetzte. Und auch Ungeziefer wie Käfer oder Maden gibt es auf See kaum.  

Quelle: n-tv.de

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