Panorama

"Zeichen der Dankbarkeit": Flüchtling will seine Sozialhilfe zurückzahlen

Die Geschichte eines irakischen Flüchtlings bewegt in diesen Tagen Australien und verbreitet sich in Windeseile in den sozialen Netzwerken. Denn der 47-Jährige will sich für die Unterstützung der ersten Jahre revanchieren. Das ist allerdings nicht so einfach.

Salman Eisho, genannt Sam, kam im Mai 1999 aus dem Irak nach Australien. Zuvor war er zwei Jahre lang gemeinsam mit seiner Frau auf der Flucht gewesen. Der studierte Bauingenieur fürchtete unter dem Regime Saddam Husseins um sein Leben, berichtete er dem Finanzmagazin "Business Insider Australia".

Auf abenteuerlichen Wegen schlug sich das Paar zunächst in die Türkei durch. Von dort aus reisten sie auf der Ladefläche eines Möbellasters weiter nach Griechenland. Dort arbeitete Eisho, der einen Bachelor der Universität von Mosul hat, drei Jahre lang in einer Matratzenfabrik. Nach Australien kam er schließlich, weil bereits sein Onkel hier lebte, der ihn unterstützen konnte. So war es Eisho möglich, legal einzureisen.

Allerdings war er völlig mittellos und beantragte zunächst Sozialhilfe. Von 1999 bis 2001 erhielt er insgesamt 18.681, 43 australische Dollar (ca. 12.000 Euro). Mit einem Scheck über diese Summe wurde der Mann, der es inzwischen zum Bauunternehmer gebracht hatte, nach Jahren wieder bei seinem zuständigen Sozialamt vorstellig.

Starhilfe für andere

"Meine Dankbarkeit für die Möglichkeiten und Sozialleistungen dieses Landes lässt sich kaum in Worte fassen", erklärt Eisho in einem beigefügten Brief. In seiner Baufirma beschäftigt er 40 Angestellte. Die Geschäfte laufen gut. Eisho war überzeugt, ohne die Unterstützung Australiens wäre das nicht möglich gewesen. Und so entschloss er sich, das vom Staat erhaltene Geld zurückzuzahlen. "Für mich ist das ein notwendiges Zeichen der Dankbarkeit." Der Familienvater bat darum, dass sein Geld besonders Schulen und Krankenhäusern zugutekommen sollte oder anderen Menschen, die ein wenig Starthilfe brauchen, so wie er einst.

Allerdings scheiterte Eisho zunächst mit seinem ehrbaren Anliegen. Denn die Sozialbehörden konnten das Geld nicht annehmen. Stattdessen rieten sie ihm, es zu spenden. Und genau das tat er. Nicht nur die 18,681, 43 australischen Dollar, die er selbst bekommen hatte, sondern insgesamt fast 60.000 australische Dollar gab Eisho unter anderem an Krankenhäuser und die Grundschule seiner Tochter. "Ich bedanke mich noch einmal zutiefst für dieses wunderbare Land. Die Möglichkeiten und Unterstützung der Regierung gibt es so nicht in vielen Ländern."

Quelle: n-tv.de

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