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Der IS-Terror treibt Millionen Menschen in die Flucht. Viele verlassen die Camps im Nordirak, weil sie keine Hoffnung auf einen Rückkehr in ihre alte Heimat haben.
Der IS-Terror treibt Millionen Menschen in die Flucht. Viele verlassen die Camps im Nordirak, weil sie keine Hoffnung auf einen Rückkehr in ihre alte Heimat haben.(Foto: dpa)

Acht Stunden bei drei Grad : Flüchtlinge in Kühllaster geschmuggelt

Schlepper sperren Flüchtlinge in den eiskalten Laderaum eines Obsttransporters. Nach acht Stunden bei Temperaturen um null Grad endet die Reise - aber nicht wie gewünscht in Großbritannien, sondern in Kempen.

Der Versuch von zehn irakischen Flüchtlingen, von Frankreich aus nach Großbritannien zu gelangen, endet glimpflich. Schlepper hatten eine Flüchtlingsfamilie und weitere Iraker in den Laderaum eines Kühltransporters geschmuggelt und sie einer stundenlangen Fahrt bei drei Grad Celsius ausgesetzt.

Die Fahrt des Kühltransporters ging jedoch nicht, wie von den Flüchtlingen gewünscht, nach Großbritannien, sondern zu einer in Kempen am Niederrhein ansässigen Firma. Der Lkw hatte Obst geladen, das bei einer Temperatur von drei Grad transportiert wurde.

Die Flüchtlinge, darunter fünf Kinder im Alter von 8 Monaten bis 15 Jahren, wurden erst beim Entladen des Obsttransporters auf dem Firmengelände in Kempen entdeckt. Sie seien zwar durchgefroren, "gesundheitliche Beeinträchtigungen" hätten jedoch nicht festgestellt werden können, teilte die Polizei in Viersen mit. Nach den Ermittlungen hatten Schleuser die Gruppe in Paris in den Laderaum geschmuggelt, während der portugiesische Fahrer in seiner Kabine schlief.

Ein allein reisender Mann gab an, dass die Schlepper ihn in Frankreich von seiner Frau und seinem Kind getrennt hatten. Nach den Erkenntnissen der Kriminalpolizei ist seine Familie in Frankreich beim versuchten Grenzübertritt nach Großbritannien ebenfalls entdeckt worden und in Sicherheit.

Das Personal der Kempener Firma kümmerte sich fürsorglich um die Gestrandeten. Die Flüchtlinge wollten ausdrücklich keinen Asylantrag in Deutschland stellen. Sie wurden zunächst in einer Notunterkunft in Kempen untergebracht und versorgt. Der Lkw-Fahrer wurde nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen auf freien Fuß gesetzt.

Quelle: n-tv.de

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