Panorama

Winterchaos hält Maschinen untenFlughafen Frankfurt eingeschneit

12.03.2013, 18:33 Uhr
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Selbst mit schweren Gerät kommt man in Frankfurt nicht gegen die Schneemassen an. (Foto: dpa)

Der Winter hat den deutschen Flugverkehr wieder fest im Griff. Wegen heftiger Schneefälle werden am Frankfurter Flughafen Hunderte Flüge gestrichen. Die Passagiere kommen nur schwer weg, auch bei der Bahn und auf den Straßen geht kaum etwas. Auch am Mittwoch drohen Annullierungen und Verspätungen.

Heftiger Schneefall hat am Dienstag den Flugverkehr am Frankfurter Airport nahezu zum Erliegen gebracht. Deutschlands größter Flughafen musste am Vormittag für zwei Stunden schließen, um den Schnee von den Landebahnen zu räumen. Gegen Mittag wurden dann die beiden direkt vor dem Terminal liegenden Bahnen für Starts geöffnet, Landungen waren nur sehr eingeschränkt möglich, wie der Flughafenbetreiber Fraport erklärte. Die Startbahn West und die Landebahn Nordwest blieben wegen des starken Windes gesperrt. Zudem konnten die Räumfahrzeuge die Start - und Landebahnen nicht ausreichend vom Schnee befreien, so dass die vorgeschriebenen Bremswerte der Flugzeuge erreicht wurden. Stimmen diese Werte nicht mit den Vorgaben überein, dürfen Flugzeuge weder starten noch landen. Bislang mussten etwa 700 Flüge gestrichen werden, sagte ein Sprecher. Die Schneefälle dürften noch anhalten. Geplant waren am Dienstag rund 1.200 Starts und Landungen in Frankfurt.

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Die Lufthansa ist besonders betroffen. (Foto: dpa)

Besonders hart erwischte das Schnee-Chaos die Lufthansa: Deutschlands größte Fluggesellschaft, die ihre Heimatbasis in Frankfurt hat, annullierte alle Deutschland- und Europa-Flüge am Nachmittag und Abend, die an dem Flughafen starten oder landen sollten. Langstreckenflüge sollten weitgehend durchgeführt werden, sofern die Wetterbedingungen dies zulassen. Auch für Mittwoch müsse mit weiteren Flugstreichungen und Verspätungen gerechnet werden, hieß es. Die Passagiere wurden erneut gebeten, sich über die Internet-Seiten der Fluggesellschaft zu informieren.

"Selbst die Crews können den Flughafen derzeit kaum noch erreichen", sagte der Sprecher. Nachdem am Mittag im Terminal 1 Ruhe herrschte, bildeten sich später lange Schlangen vor den Checkin-Schaltern. Mitarbeiter der Lufthansa teilten an die Wartenden belegte Brote und Wasserflaschen aus. Viele Reisende hofften, dass sich ihre Flüge lediglich um ein paar Stunden verspäten. Andere stiegen auf die Deutsche Bahn um, aber auch hier gibt es Verzögerungen.

Fraport bereitet sich auf noch Schlimmeres vor. Sollte sich das Wetter entgegen den Vorhersagen doch noch weiter verschlechtern, bietet der Flughafenbetreiber gestrandeten Reisenden Feldbetten zum Ausruhen an. "In Frankfurt ist Messe, da gibt es kaum leere Hotelzimmer", schildert der Fraport-Sprecher die Situation.

Wegen der heftigen Schneefälle kam es auf den Straßen und Autobahnen in Hessen zu vielen Unfällen und langen Staus. Die größte Unfallserie ereignete sich auf der A 45 im hessischen Wetteraukreis, hier waren mehr als 100 Fahrzeuge in eine Massenkarambolage verwickelt. Auch in anderen Bundesländern kam es zu Unfällen

Verkehrschaos auch in Frankreich und Belgien

Das dichte Schneetreiben sorgte in ganz Nordwest-Europa für ein Verkehrschaos. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle, dem nach London Heathrow zweitgrößten europäischen Flughafen, fiel rund ein Viertel der Flüge aus. In Orly schlitterte eine Maschine der tunesischen Fluglinie Tunisair mit 140 Passagieren über die Landebahn hinaus, die Bahn wurde geschlossen. Im Nordwesten Frankreichs blieben rund 80.000 Haushalte ohne Strom. Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault schickte Soldaten, um beim Wiederaufbau der Stromversorgung zu helfen.

In Belgien bildeten sich nach den Angaben des Pannenservice Touring auf den Straßen Staus mit einer Rekordgesamtlänge von 1670 Kilometern. "Das war zu viel Schnee zum falschen Zeitpunkt. Wenn es nachts viel schneit, funktioniert das Salz nicht, weil es zu wenige Autos gibt, die es verteilen", beschrieb Touring-Sprecher Danny Smagghe das Problem. In der belgischen Hauptstadt Brüssel wurden beide Hauptbahnhöfe geschlossen. Der Hochgeschwindigkeitszug Eurostar, der London mit Paris und Brüssel verbindet, fuhr ebenso wenig wie der französische Thalys, der zwischen Paris und Köln verkehrt.

Auch im Süden der Niederlande und in Teilen Großbritanniens kam es zu Verkehrsbehinderungen.

Quelle: ntv.de, sla/dpa/rts/DJ