Mittwoch, 27. Januar 2010
Auftakt mit Kunst nach 1945: Folkwang-Museum öffnet Pforten
55 Millionen Euro hat er gekostet – der von dem britischen Stararchitekten David Chipperfield in nobler Kargheit konzipierte Neubau des Essener Folkwang-Museums. Jetzt wird er eröffnet und "erfüllt Träume".
In nur zwei Jahren ist ein Gebäude entstanden, dessen klare Formensprache das Raumgebilde aus versetzten Kuben ...
(Foto: picture alliance / dpa)
Mit moderner Kunst nach 1945 startet das Essener Museum Folkwang in die neue Ära. "Damit zeigen wir, dass das Haus nicht nur als zeitgenössische Sammlung begründet wurde, sondern es bis heute ist", sagte Museumsleiter Hartwig Fischer.
Zu Beginn sind mit in dem vom britischen Stararchitekten David Chipperfield entworfenen Neubau Werke moderner Videokünstler, eine Plakat- und eine Fotoausstellung zu sehen. Ab Ende März werden in einer Sonderausstellung Bilder des Hauses gezeigt, die im Nationalsozialismus verkauft oder beschlagnahmt worden waren - darunter viele berühmte Impressionisten und Expressionisten.
... und hellen Innenhöfen zum sicherlich eindrucksvollsten Museums-Neubau der Nachkriegszeit im Westen macht.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Für das neue Museum hatte die Krupp-Stiftung 55 Millionen Euro bereitgestellt. Das Haus, das am Donnerstag mit einem Festakt eröffnet wird, ist den Bürgern der Stadt Essen gewidmet. Fischer nannte das neue Haus ein "Wunder von Essen" - "der Neubau erfüllt unsere Träume."
Das Museum Folkwang wurde 1902 von dem Bankierssohn Karl Ernst Osthaus (1874-1921) im westfälischen Hagen gegründet. Der Name geht auf das altnordische Versepos Edda zurück. Darin heißt der Palast der Göttin Freya, der Schutzgöttin der Kunst, Folkvangar (Volkshalle).
Der kunstbegeisterte Osthaus hatte dank einer Erbschaft erhebliche Mittel für den Ankauf von Bildern. Sein Museum wurde schnell bekannt, weil es als erste öffentlich zugängliche Sammlung in Deutschland Werke der Wegbereiter der Moderne wie Cézanne, Gauguin, van Gogh und Matisse zeigte. Nach Osthaus Tod wechselte die Sammlung nach Essen.
Der britische Stararchitekt David Chipperfield hat ein neues Haus entworfen, das staunen lässt.
(Foto: picture alliance / dpa)
Von den im Nationalsozialismus verkauften oder als "entartet" beschlagnahmten Bildern konnten nach dem Krieg viele zurückgekauft werden. Die Sammlung umfasst heute etwa 600 Bilder vor allem des 19. Jahrhunderts und der Moderne sowie Skulpturen, Grafiken und Fotos. Dazu zählen berühmte Gemälde wie Claude Monets "Kathedrale von Rouen" oder Robert Delaunays "Eiffelturm" und Werke deutscher Expressionisten. Die Sammlung gilt bundesweit als eine der herausragenden für die Kunst der klassischen Moderne.
dpa
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