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Die neuen Scanner zeigen keine realistischen Körperbilder: Hier der Einsatz der vorigen Gerätegeneration in Hamburg.
Die neuen Scanner zeigen keine realistischen Körperbilder: Hier der Einsatz der vorigen Gerätegeneration in Hamburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Piktogramm statt Nacktscanner: Fraport setzt Körperscanner ein

Der Einsatz Körperscannern ist umstritten. Eine Gefährdung für die Gesundheit könne nicht Ausgeschlossen werden und die Anwendung, der auch als Nacktscanner bekannten Geräte, bedeute eine Verletzung der Intimsphäre, so die Kritik. Jetzt setzt der Frankfurter Flughafen die Scanner erstmals im Normalbetrieb ein. Alles halb so wild, sagt die Bundespolizei.

In den USA sind die Körperscanner schon lange im Einsatz.
In den USA sind die Körperscanner schon lange im Einsatz.(Foto: picture alliance / dpa)

Ab sofort werden am Flughafen Frankfurt erstmals in Deutschland sogenannte Körperscanner im regulären Kontrollbetrieb eingesetzt. Ab Freitag könnten Passagieren mit dem Ziel USA die Geräte freiwillig nutzen, teilte die Bundespolizei in Frankfurt am Main mit. Sie hatte die Körperscanner zwischen September 2010 und Juli 2011 am Hamburger Flughafen getestet, danach aber wegen technischer Unausgereiftheit zunächst auf einen Einsatz verzichtet. Die seitdem erreichten Verbesserungen ermöglichten nun die Nutzung dieser "zukunftsweisenden Technologie", erklärte die Bundesbehörde.

Es handle sich "grundsätzlich nicht um einen erneuten Testbetrieb", betonte ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag. Körperscanner arbeiten ähnlich wie Infrarotkameras. Die Passagiere werden bei der Kontrolle mit Wärmestrahlen (sogenannten Millimeterwellen) angestrahlt. Anhand der Reflexionsmuster kann die Computer-Software des Scanners erkennen, ob sie gefährliche Gegenstände wie Messer oder Sprengstoffe unter der Kleidung tragen. Verdächtige Stellen werden dem Bedienpersonal auf einem Bildschirm mit stilisierten Körperumrissen in Form eines Strichmännchens angezeigt und können so gezielt nachkontrolliert werden.

Sicherheitsgewinn gegenüber Metalldetektoren

Die Behörden sehen in der neuen Technik einen Sicherheitsgewinn, weil die bislang an deutschen Flughäfen eingesetzten Metalldetektoren Keramikwaffen und Sprengsätze nicht erkennen. Deshalb werden heutzutage zusätzlich gründlichere Stichprobenkontrollen von Passagieren vorgenommen.

Durch einen automatisierten Sicherheitsscan erhoffen sich die Behörden zugleich Zeitgewinne. Das ist ein wichtiges Argument, weil für die Zukunft mit stark steigenden Fluggastzahlen gerechnet wird. Körperscanner sind in den USA seit längerem im Einsatz, auch die EU hat sie inzwischen offiziell für Luftsicherheitskontrollen zugelassen.

Die Scanner seien gesundheitlich unbedenklich und fertigten außerdem keine realistischen Körperbilder an, betonte die Bundespolizei. In den Medien waren die Geräte anfangs auch mit der irreführenden Bezeichnung "Nacktscanner" belegt worden, was Befürchtungen hinsichtlich des Persönlichkeits- und Datenschutzes genährt hatte. Mit den in Deutschland getesteten und nun eingesetzten Modellen ist es laut Bundespolizei unmöglich, wirklichkeitsgetreue Bilder zu erzeugen.

Datenschutz wird kontrolliert

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kündigte am Freitag trotzdem an, den Betrieb der Körperscanner in Frankfurt "kritisch zu begleiten" und auf die Einhaltung der vom Bundesinnenministerium gegebenen Zusagen hinsichtlich des Datenschutzes zu achten. Es müsse sichergestellt sein, dass die Geräte weder individuelle Körperkonturen noch Geschlechtsmerkmale oder künstliche Körperteile darstellten. Auch dürften die Daten nicht gespeichert werden.

Nach dem zehnmonatigen Test in Hamburg hatte das Innenministerium erklärt, die Scanner seien grundsätzlich geeignet, aber in der damaligen Gerätegeneration aber für den Praxistest noch nicht ausgereift genug. Problematisch war damals noch, dass die Software gefährliche und harmlose Gegenstände nicht sicher genug unterschied und auch bei Schweißflecken, Falten oder Knöpfen Alarm auslöste.

Quelle: n-tv.de

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