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(Foto: imago/Michael Schick)

"Überraschung! Ich lebe noch!": Frau überlebt Auftragsmord und rächt sich

Noela Rukundo sollte eigentlich längst tot sein. Umgebracht von Auftragskillern, die ihr Mann bezahlt hat. Am Ende besucht sie ihre eigene Beerdigung.

Die Geschichte, die Noela Rukundo aus Melbourne der "BBC" erzählt hat, klingt wie ein schlechter Krimi. Ihr eigener Ehemann soll einen Auftragsmörder bezahlt haben, um sie zu töten. Doch die Sache geht schief.

Alles beginnt mit einer Reise in ihr Heimatland Burundi. Dorthin fährt Rukundo, um an der Beerdigung ihrer Stiefmutter teilzunehmen. Ihr Mann Balenga Kalala bleibt mit den drei gemeinsamen Kindern im australischen Melbourne zurück.

Nach der Trauerfeier zieht sich Rukundo müde in ihr heißes Hotelzimmer zurück, als sie einen Anruf von ihrem Mann bekommt. Er schlägt ihr vor, vor die Tür zu gehen und frische Luft zu schnappen. "Ich habe mir dabei nichts weiter gedacht, ich dachte, er sorgt sich nur um mich", zitiert die "BBC" die Mutter.

Doch vor der Tür wird Rukundo bereits erwartet. Ein Mann mit geladener Pistole bedroht sie und zwingt sie in ein Auto zu steigen, in dem ein weiterer Mann sitzt. Sie verbinden ihr die Augen und bringen sie zu einem unbekannten Gelände. "Sie haben mich gefragt: Was hast du deinem Mann getan? Warum will er, dass wir dich töten?", erzählt Rukundu weiter. "Ich habe geantwortet, dass mein Mann mich nie töten lassen würde."

"Tötet sie. Tötet sie"

Doch ein Anruf bei ihrem Ehemann bringt die grausame Gewissheit, dass er tatsächlich der Auftraggeber war. Aus dem Lautsprecher hört sie seine Stimme: "Tötet sie. Tötet sie." Doch es kommt anders. Nach zwei Tagen Gefangenschaft erklären ihre Entführer, dass sie keine Frauen und Kinder töten und lassen Rukundo frei. Sie geben ihr außerdem Ton-Aufnahmen mit, die beweisen sollen, dass ihr Mann die Tat in Auftrag gegeben hat.

Zurück in Australien versteckt sich Rukundo mehrere Tage bei Freunden. Ihr Mann verbreitet unterdessen überall, dass seine Frau bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen sei und organisiert eine Trauerfeier für sie.

Rukundo sinnt auf Rache und weiht den Pfarrer in ihren Plan ein. "Überraschung! Ich lebe noch!", ruft Rukundo ihrem Mann zu, als dieser auf der Trauerfeier eintrifft. Mithilfe der Ton-Aufnahmen der Auftragskiller wird Kalala überführt und im Dezember zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.

Doch los wird Rukundo ihren Ehemann nicht. "Jede Nacht höre ich seine Stimme", erzählt sie der BBC weiter. Ihr Leben, wie es früher war, sagt sie, das sei vorbei. Aufgeben aber wolle sie nicht. "Ich fange ein neues Leben an."

Quelle: n-tv.de

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