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Das Virchow-Klinikum der Berliner Charité. Hier befindet sich die Station für Frühgeborene.
Das Virchow-Klinikum der Berliner Charité. Hier befindet sich die Station für Frühgeborene.(Foto: dpa)

Wieder Infektionen in Berlin: Frühchen in Kliniken erkrankt

In Berliner Kliniken sind elf Frühchen an einem Erkältungsvirus erkrankt. Die Fälle erinnern an die Erkrankungen von Neugeborenen im vergangenen Oktober an der Berliner Charité. Damals starb eines der Kinder. Dieses Mal besteht offenbar keine Lebensgefahr.

In mehreren Berliner Kliniken sind Kinder an einem ist ein für Frühgeborene gefährlicher Erkältungsvirus erkrankt. An der Charité würden derzeit 16 Kinder behandelt, sagte Sprecherin Manuela Zingl. Zwei von ihnen seien auf der Frühchenstation. Zum Teil kamen die Patienten bereits infiziert in die Häuser.

Auf der Nachsorgestation für Frühchen in der Vivantes-Klinik seien seit Ende Dezember sechs Babys an dem RS-Virus erkrankt, sagte Sprecherin Mischa Moriceau. Auch zwei weitere Krankenhäuser der Hauptstadt sind betroffen. Keiner der Patienten schwebt in Lebensgefahr.

Die beiden Kinder auf der Frühchenstation in der Charité sind nach Angaben der Sprecherin mit anderen Krankheiten eingeliefert worden. Eine Mutter habe das sogenannte RS-Virus eingeschleppt. Ihr infiziertes Kind habe ein weiteres angesteckt. Die Infektionen seien nun am Abklingen. Am Vivantes-Klinikum seien drei der sechs Kinder wieder gesund. "Wir haben alle nötigen Hygienemaßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass sich die Infektion ausbreitet", sagte Moriceau.

Das RSV (Respiratorische Synzytial-Virus) trete vor allem im Winter auf, sagte Dr. Benedikt Weißbrich vom Konsiliarlabor für RSV in Würzburg. Die jährliche Erkrankungszahl schätzt er deutschlandweit auf mehrere Millionen. Das unter anderem durch Husten und Niesen übertragbare Virus könne einen leichten Schnupfen, aber auch eine schwere Lungenentzündung zur Folge haben.

"Besonders bei Frühgeborenen mit chronischen Lungenerkrankungen kann das Virus zu einer Lungenentzündung oder zu einer Entzündung der Atemwege führen - bis hin zu einer erneuten künstlichen Beatmung", sagte Andreas Flemmer, Neonatologe an der Uniklinik München. Auch für Babys mit einem angeborenen Herzfehler könnten RS-Viren bedrohlich sein.

Bei dem Virus handele sich nicht um einen Krankenhauskeim, betonte eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung. 2012 war die Charité wegen des Darmkeims Serratia in die Schlagzeilen geraten. 21 Kinder waren befallen, sieben erkrankt.

Quelle: n-tv.de

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