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Sturm verhagelt Wochenende: Frühling lässt auf sich warten

Der Januar erreicht nicht nur einen Temperaturrekord, sondern ist auch noch viel zu nass. Und auch der Februar hat bisher weder Winter, noch Frühling zu bieten. Für Skiurlauber gibt es trotzdem gute Aussichten, verspricht n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Was erwartet uns in den nächsten Tagen? Bleibt es winterlich oder kommt endlich der Frühling?

Björn Alexander: Am Wochenende wird es auf jeden Fall spürbar milder. Aber leider kommt mit der wärmeren Luft aus Westen auch ein teilweise stürmischer Wind auf, der zudem von Regenwolken begleitet wird.

Mal wieder Regen. Davon hatten wir ja eigentlich schon genug.

Warme Luft bringt auch Stürme mit sich.
Warme Luft bringt auch Stürme mit sich.(Foto: dpa)

Stimmt. Der Januar war zu nass und im Februar haben wir inzwischen das Soll für den Gesamtmonat auch schon fast voll. Im landesweiten Durchschnitt sind bislang im Februar bereits fast 50 Liter pro Quadratmeter gefallen. Passend dazu hatte es auch die Sonne sehr schwer gegen die Wolken. Das galt besonders in der Mitte und im Süden. Zum Teil haben die ersten 17 Tage dieses Monats kaum mehr als zehn Sonnenstunden gebracht. Also im Schnitt nicht einmal eine Stunde Sonnenschein pro Tag.

Das ist bitter. Gibt es trotzdem etwas Positives?

Der Februar war heizkostentechnisch bestimmt billiger als üblich. Denn trotz der kalten Tage zuletzt war der Februar bisher gut 3 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Damit ist übrigens auch der Gesamtwinter gerade dabei, einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Nachdem der Dezember 2015 über 5 Grad zu warm war und der Januar knapp 2 Grad überm Durchschnitt lag, liefert sich der Winter 2015/2016 ein Rennen mit dem Rekordwinter 2006/2007.

Wie waren die Temperaturen damals?

Knapp 4 Grad zu hoch. Und würde der Frühling in der nächsten Woche aufdrehen, dann wäre es sogar ein hartes Kopf an Kopf-Rennen.

Dreht er denn auf?

Die ersten Frühblüher zeigen sich zwar, sind aber noch von Schnee bedeckt.
Die ersten Frühblüher zeigen sich zwar, sind aber noch von Schnee bedeckt.(Foto: dpa)

Eher nicht. Denn am Montag überquert uns von Nordwesten her bereits die nächst Kaltfront. Und damit stellt sich mal wieder nasskaltes und sehr wechselhaftes Wetter bei uns ein. Auf den Bergen bleibt es damit nach einer vorübergehenden Milderung winterlich. Ein Gutes hat’s aber auch.

Da bin ich gespannt.

Für die Urlauber, die in den Osterferien zum Skifahren wollen, wird jetzt nochmals eine gute Grundlage gelegt. Jedoch sollten sich diejenige, die jetzt ins Hochgebirge aufbrechen, auf eine erhöhte Lawinengefahr einstellen. Häufig ist die Lawinengefahr erheblich mit Stufe 3 von 5. Man sollte also auf den gesicherten Pisten bleiben.

Wie sieht es denn in den Bergen in Sachen Wetter aus?

In den Alpen wird es am Samstag noch wechselhaft, Sonntag und Montag dann aber sonniger, föhnig und fast schon vorfrühlingshaft mild. Am Montagabend dürfte der Föhn aber zusammenbrechen und dann schneit es zum Teil auch wieder kräftig.

Was erwartet uns hierzulande am Wochenende?

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

Am Samstag bringt stürmischer Südwestwind im Westen und Norden viel Regen. Im Süden und Südosten fällt nach freundlichem Start erst Schnee, später Regen. Dazu in den Morgenstunden zunächst noch häufiger Frost, später aber Temperaturanstieg auf 6 bis 11, im Bergland auf Werte um 3 Grad.

Wie wird der Sonntag?

Zuerst einmal geht es meist frostfrei los. Dabei bleibt es häufig wolkig, höchstens mal gelegentlich gibt es Aufhellungen. Zeit- und gebietsweise fällt Nieselregen oder Regen, der im Norden auch kräftiger sein kann. Nur südlich der Donau bleibt es freundlicher und allgemein sehr mild. Die Temperaturen steigen auf 10 bis 15, im Bergland auf 7 bis 9 Grad.

Wie schlimm wird der Sturm am Wochenende?

Der Wind weht stark bis stürmisch aus West und kann im Flachland Sturmböen erreichen. Auf den Bergen und an der See schwere Sturm-, vielleicht sogar mal Orkanböen. Derzeitig sieht es so aus, als ob der Sonntag der stürmischere Tag des Wochenendes werden würde.

Und nach dem Sturm kommt die Kälte?

Zumindest im Süden hält sich vor der herannahenden Kaltfront am Montag nochmals die mildere Luft mit Föhn und Sonne bei bis zu 15 Grad. Hinter der Front gibt es einstellige Temperaturen, Schauer und sogar einzelne Gewitter. Und auch danach ziehen Schauer durch und bei meist 3 bis 8 Grad können sich die Flocken zwischenzeitlich mal wieder bis in tiefere Lagen verirren.

Keine Aussichten auf ein Schönwetter-Hoch?

Zuerst einmal nicht. Erst gegen Ende Februar könnte es mal ruhiger und beständiger werden. Jedoch gilt auch dann: spätwinterliche Temperaturen bzw. Höchstwerte im einstelligen Bereich bleiben nach jetzigem Stand wahrscheinlicher als der Ausbruch des Frühlings.

Quelle: n-tv.de

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