Donnerstag, 10. Januar 2008
Ohr abgerissen: Frührentner verprügelt
Drei Jugendliche haben in der Nähe eines Hamburger U-Bahnhofs einen Frührentner so massiv zusammengeschlagen, dass er mit gebrochenem Jochbein und weiteren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Ihm musste ein Ohr wieder angenäht werden. Die Beamten gingen mit dem Überfall vom Neujahrsmorgen erst am Donnerstag an die Öffentlichkeit und gaben ein Phantombild heraus. "Bei den Tatverdächtigen handelt es sich vermutlich um Südländer", hieß es. Die Täter beschimpften das Opfer laut Polizei als "Penner" und schlugen dann zu.
Die Jugendlichen waren an dem Bahnhof im Stadtteil Niendorf mit dem 55-Jährigen in einen Streit geraten. Dann traktierten sie den Mann laut Polizei mit Kopfnüssen, bis er zu Boden ging. Anschließend schlugen und traten sie auf den am Boden liegenden Mann ein. "Die Tatausführung war sehr brutal", sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Zeugenaussagen zufolge waren die Schläger zwischen zwölf und 15 Jahre alt. Solche junge Täter seien sehr selten, betonte Schöpflin.
Gewalttaten von Jugendlichen haben in den vergangenen Wochen wiederholt für Schlagzeilen gesorgt und eine politische Debatte ausgelöst. Nach einer Attacke von drei jungen Männern im Alter von 16, 19 und 22 Jahren auf einen Rentner in Heilbronn liegt das 73-jährige Opfer in kritischem Zustand in einem Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig. Der Rentner hatte die Männer am Mittwoch von der Schändung einer Gedenktafel für eine im vergangenen April in Heilbronn ermordete Polizistin abhalten wollen.
Der bisher schwerwiegendste Vorfall hatte sich in einer Münchener U-Bahn-Station vor drei Wochen ereignet. Dort hatte ein Rentner mehrere Schädelbrüche erlitten, als er von zwei Jugendlichen niedergestoßen und mit Fußtritten unter anderem gegen den Kopf schwerstverletzt wurde. Er hatte zuvor die beiden darum gebeten, in der U-Bahn nicht zu rauchen. Dieser Fall war Auslöser der derzeit geführten Diskussion über die Verschärfung des Jugendstrafrechts.
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