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Der verunglückte Motorradfahrer starb noch an der Unfallstelle.
Der verunglückte Motorradfahrer starb noch an der Unfallstelle.(Foto: picture alliance / Hendrik Schmi)
Donnerstag, 21. September 2017

Sterbenden Unfallfahrer gefilmt: Gaffer von Heidenheim droht Prozess

Ein Mann beobachtet einen schweren Unfall, bei dem ein Motorradfahrer tödliche Verletzungen erleidet. Doch er hilft nicht, sondern filmt das Geschehen. Das könnte ihn nun sogar ins Gefängnis bringen.

Der mutmaßliche Gaffer von Heidenheim muss mit einem Strafverfahren rechnen. Die Polizei will den Fall an die Staatsanwaltschaft weiterleiten, die über die Aufnahme von Ermittlungen entscheiden muss. Der Mann soll am Sonntag einen tödlich verletzten Motorradfahrer mit seinem Handy gefilmt haben und war dann geflüchtet.

Aufgrund des hohen öffentlichen Drucks stellte sich der 27-Jährige am Dienstag auf dem Polizeirevier in Heidenheim in Baden-Württemberg. "Der öffentliche Druck war wohl zu groß", sagte Uwe Krause, Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Ulm. Zuvor hatten Ermittler erklärt, der Gaffer sei auf einem Video zu erkennen, das von der sogenannten Dashcam eines Autos gemacht worden sei.

Sein Verhalten hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Er soll nach früheren Angaben der Polizei nach dem Unfall noch vor Eintreffen der Rettungskräfte "unbeeindruckt die Unfallstelle und den Verletzten" gefilmt haben. Demnach behinderte er auch die Arbeit der Rettungssanitäter und des Notarztes.

Bis zu zwei Jahre Haft

Überprüfungen der Polizei bestätigten den Angaben zufolge, dass es sich bei dem 27-Jährigen um den Gesuchten handelt. Das von ihm verwendete Mobiltelefon sei sichergestellt worden. Man werte es nun dahingehend aus, ob die - zwischenzeitlich angeblich gelöschten - Aufnahmen auch verbreitet oder weitergegeben wurden.

Laut Polizei kann bereits das Anfertigen einer Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, eine Verletzung des persönlichen Lebensbereichs darstellen und eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zur Folge haben.

Der 29-jährige Motorradfahrer, der bei dem Unfall starb, war am Sonntagnachmittag auf der Bundesstraße 19 zwischen Heidenheim und Mergelstetten nach einem Überholmanöver mit seinem Motorrad ins Schleudern geraten, zunächst gegen die Leitplanke und schließlich gegen eine Straßenlaterne geprallt.

Quelle: n-tv.de

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