Was sonst noch passierteGaga-Kurs und Street-View-Diät

Bob war dick. Dann hat er sich bei Street View gesehen. Nun wiegt er viel weniger. Lady Gaga ist ein Phänomen. Jetzt wird sie zum Objekt der Wissenschaft. Lesen Sie, was sonst noch passierte.
Trotz aller Proteste gegen Google Street View hat der Internetdienst offensichtlich auch positive Aspekte: Einem Briten hat er beim Abspecken geholfen. Sie ist nicht nur ein Pop-Phänomen, sondern künftig auch ein Objekt der Wissenschaft: Lady Gaga wird Gegenstand eines Uni-Kurses. 200 Jahre alter Champagner aus der Tiefe des Meeres lässt Weinkenner jubeln. Und dass die sexy Beine der Moulin-Rouge-Damen rekordverdächtig sind, das haben wir schon immer geahnt. Lesen Sie, was sonst noch passierte.
Street View hemmt den Appetit
Das war ihm dann doch zu peinlich: Als ein 135 Kilogramm schwerer Brite sein Bild vor einem Jahr zufällig im Internet-Straßenatlas Google Street View sah, wurde radikal Schmalhans Küchenmeister. Keine Kekse, keine Kartoffelchips und kein Kuchen mehr, dafür aber regelmäßig Sport. Die Kur, die er schon immer mal machen wollte, zu der er sich bis dahin aber nicht durchringen konnte, brachte Erfolg. Bob Mewse verlor ein Drittel seines Gewichts, wiegt jetzt noch 89 Kilogramm, berichteten britische Medien. "Das war nicht leicht, Gewicht zu verlieren ist für niemanden leicht", sagte der 56-Jährige.
Schon bevor ihn der eigene Anblick im Internet überzeugte, plagten den Mann aus Bristol Bluthochdruck und Rückenprobleme. Mewse hatte Probleme, beim Gehen zu sprechen. Jetzt fühlt er sich deutlich wohler. "Wenn ich das kann, dann kann das jeder", sagte er. "Ich bin nur ein ganz normaler Kerl." Sein Fitnesstrainer lobt ihn: "Fantastisch!". Er habe sich ganz genau an das ausgearbeitete Programm gehalten.
Bei Street View ist Mewse noch vor seiner Diät zu sehen.
Können Sie das auch?
720 Beinschwünge und 62 Spagate in 30 Sekunden - dies sind zwei von sechs Weltrekorden, die die Truppe des weltberühmten Pariser Kabaretts Moulin-Rouge aufgestellt hat. Unter der Aufsicht eines Kontrolleurs des "Guinness-Buchs der Rekorde" schafften 30 in einer Reihe auftretende Tänzerinnen diesen Rekord. Außerdem drehten sich zwei Tänzer der Cancan-Truppe in 30 Sekunden 34 Mal im Spagat um die eigene Achse, und zwei der Moulin-Rouge-Akrobaten rannten in einer Minute 32 Stufen zur Kirche Sacré-Coeur auf dem Montmartre hinauf, während sie gleichzeitig einen Menschen auf ihren Köpfen balancierten. Sie wurden von zahlreichen Paris-Touristen angefeuert.
Der Jongleur Mario Berousek schließlich stellte zwei Rekorde auf, indem er innerhalb von 30 Sekunden 128 Kegel auffing und in einer Minute 735 Mal fünf Kegel rotieren ließ. Frankreich nahm erstmals an dem vom Guinness-Buch organisierten "Welttag der Rekorde" teil, dessen strenge Prüfer die Rekorde des "Moulin Rouge" nun offiziell anerkannten.
Uni-Kurs "Lady Gaga"
Der Erfolg von US-Popsängerin Lady Gaga wird Thema eines Universitätskurses in den USA. "Lady Gaga und die Soziologie der Berühmtheit" ist eines der neuen Fächer, die im Frühjahr 2011 an der Universität von South Carolina angeboten werden sollen. Der Kurs befasst sich mit den Themen Popkultur und Ruhm.
Durch ihren Bekanntheitsgrad eigne sich die 24-jährige Popsängerin als Wissenschaftsobjekt bei der Untersuchung von Popkultur und den aktuellen Bedingungen von Berühmtheit, sagte der Universitätsprofessor und bekennende Lady-Gaga-Fan Matthieu Deflem, der das Fach unterrichten wird. "Die Berühmtheit von Lady Gaga ist ein aktuelles Phänomen und lässt sich mit den Interessen der Studenten verbinden", sagte Deflem.
Das erste Album der extravaganten Sängerin mit dem Hit "Poker Face" war 2008 erschienen und hatte sich weltweit mehr als 15 Millionen Mal verkauft. Ihr zweites Album "Born this way" soll 2011 erscheinen.
Letzer Ausweg: Organverkauf
Ein sizilianischer Bauunternehmer, den die Mafia in den Ruin getrieben hat, bietet seine Organe im Internet zum Verkauf an. Er fühle sich von den Behörden im Kampf gegen die Mafia im Stich gelassen, deshalb bleibe ihm nur noch dieser Weg, um seine Familie zu ernähren, schreibt Ignazio Cutro auf seiner Internetseite. Als erstes biete er seine Niere, Interessenten mögen sich per Email melden, schreibt der 44-Jährige weiter.
Cutro ist Mitgründer der Anti-Mafia-Organisation Libere Terre. Schon länger setzt er sich gegen die erpresserischen Machenschaften der Clans im sizilianischen Agrigente ein. Nachdem er acht mutmaßliche Schutzgelderpresser bei der Polizei angezeigt hatte, beschloss die Mafia zurückzuschlagen. Sie sorgte dafür, dass ihm keine Bauaufträge mehr erteilt wurden. Alle Appelle des Unternehmers an die Behörden, ihm Aufträge zu geben, verhallten.
In seinem Blog und gegenüber den Medien wirft Cutro den Politikern nun Untätigkeit vor. "Meine Familie und ich sind überzeugt, dass wir das Richtige getan haben", doch sitze die Mafia am längeren Hebel. Sie habe ihn seiner Existenzgrundlage beraubt und ihm "meine Würde genommen". Lieber aber sterbe er "aufrecht", als auf Knien weiterzuleben.
200 Jahre alt, aber köstlich
Ein im August aus einem Schiffswrack vor der finnischen Küste geborgener fast 200 Jahre alter Champagner ist feierlich verkostet worden. Vor rund hundert Journalisten und Weinkennern entkorkten Experten in Mariehamn, der Hauptstadt der autonomen finnischen Region Aaland, vorsichtig eine Flasche Veuve Clicquot und eine Flasche des Champagner-Herstellers Juglar, den es inzwischen nicht mehr gibt.
Der Champagner-Experte Richard Juhlin beschrieb den Geschmack des Juglar als eher intensiv und kräftig, während der Geschmack des Veuve Clicquot eher an Chardonnay erinnere, mit einem Aroma von Lindenblüten. Dass der Champagner immer noch trinkbar sei, liege an seinem ungewöhnlichen Lagerort: "Flaschen, die auf dem Meeresboden lagern, halten sich besser als in jedem Weinkeller", sagte Juhlin. "Mme Clicquot müsste diesen Jahrgang selbst noch gekostet haben", sagte Veuve-Clicquot-Vertreter François Heutekeur unter Anspielung auf Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin, die dem Champagnerhaus ihren Namen gab.
Taucher hatten Mitte Juli vor den Aaland-Inseln 168 Flaschen des wahrscheinlich ältesten Champagners der Welt entdeckt, im August wurden sie geborgen. Experten vermuten, dass es sich um eine Lieferung des französischen König Ludwig XVI. für den russischen Zarenhof handelte. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass vier Flaschen doch aus dem Hause Veuve Clicquot stammen - das hatte der Hersteller noch im August verneint.
Die öffentliche Verkostung geht auf Initiative der Regierung von Aaland zurück. Sie plant nun, je eine Flasche Juglar und Veuve Clicquot zu versteigern. Nach Schätzung von Experte Juhlin könnte jede Flasche 100.000 Euro einbringen. Der Rest soll jüngeren Jahrgängen untergemischt und verkauft werden.