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Trotz Explosion an Bord sicher gelandet: Die Maschine vom Typ Airbus A321-100 in Parkposition in Mogadischu.
Trotz Explosion an Bord sicher gelandet: Die Maschine vom Typ Airbus A321-100 in Parkposition in Mogadischu.(Foto: AP)

Daallo-Anschlag in Somalia: Galt die Bombe Turkish Airlines?

Brisante Wendung bei den Ermittlungen nach dem Bombenanschlag auf einen Airbus am Himmel über Mogadischu: Der Passagier, der den Sprengsatz an Bord schmuggelte, soll angeblich einen Flug bei einer türkischen Fluglinie gebucht haben.

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Der Attentäter, der sich mit einer Laptop-Bombe in einer Maschine der Daallo Airlines in die Luft sprengte, hätte nach Angaben der Fluggesellschaft eigentlich von Turkish Airlines befördert werden sollen. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der in Dubai ansässigen Fluggesellschaft, Mohamed Yassin. Turkish Airlines ist die älteste und größte Fluggesellschaft der Türkei und befindet sich zur Hälfte in staatlicher Hand.

Daallo Airlines habe die Passagiere von Turkish Airlines am vergangenen Dienstag übernommen, sagte Yassin. Die türkische Fluggesellschaft habe ihren Flug zuvor kurzfristig gestrichen. Turkish Airlines habe Daallo gebeten, die auf den Flug gebuchten Passagiere nach Dschibuti mitzunehmen.

Der Attentäter "war für Turkish Airlines eingecheckt", sagte Yassin. Die türkische Fluggesellschaft habe ihren Flug jedoch wegen schlechter Wetterbedingungen ausfallen lassen. Daallo Airlines konnte als eine der wenigen Fluggesellschaften, die Mogadischu überhaupt anfliegen, einspringen. Yassin sagte, es sei unklar, ob es der Attentäter auf das Flugzeug der Daallo Airlines abgesehen hatte oder ob eigentlich Turkish Airlines Ziel des Anschlags hätte sein sollen.

Aus dem Flugzeug geschleudert

Der Attentäter, der von Behörden als 55-jähriger Somali identifiziert wurde, war wohl bereits durch die Explosion rund 15 Minuten nach dem Start des Airbus A321 in einer Höhe von etwa 3000 Metern ums Leben gekommen. Die Explosion riss ein Loch in die Flugzeughülle, der Attentäter selbst wurde durch den plötzlichen Druckabfall aus der fliegenden Maschine geschleudert.

Anwohner fanden seine entstellte Leiche mehrere Dutzend Kilometer nördlich des Flughafens. Unklar blieb, ob er die Bombe selbst gezündet hatte. Denkbar wäre, dass er lediglich eine mit einem Zeitzünder versehene Höllenmaschine an Bord geschmuggelt hatte und er keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Explosion hatte.

Für seine Mitinsassen ging der Vorfall glimpflich aus: Die beiden Piloten leiteten nach der schlagartigen Dekompression in der Passagierkabine umgehend eine Notlandung ein. Sie konnten das schwer beschädigte Flugzeug sicher am Startflughafen in Mogadischu landen. Nur zwei der übrigen 74 Passagiere wurden verletzt. Beobachter halten es für möglich, dass die verwendete Bombe eine ähnliche Sprengkraft hatte wie der Sprengkörper, der beim Anschlag auf Flug 9268 über dem Sinai zum Einsatz kam.

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Quelle: n-tv.de

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