Barbarei in MexikoGegeißelte zu Marsch gezwungen
Die Gewalt im mexikanischen Drogenkrieg eskaliert immer mehr. Nun ist es in Zamora zu einem barbarischen Akt der Einschüchterung gekommen.
Im grausamen Kampf der mexikanischen Drogen-Kartelle sind sechs gegeißelte Männer gezwungen worden, mit nacktem Oberkörper durch die Stadt Zamora im Bundesstaat Michoacan zu ziehen. Wie die örtlichen Zeitungen berichteten, waren auf den Rücken der Opfer die Wunden von Peitschenhieben zu sehen, um den Hals trugen sie demütigende Schilder mit Aufschriften wie "Diebe, wir kümmern uns um Euch!" oder "Wir werden diese Stadt reinigen!" Aus den Aufschriften der Schilder ging hervor, dass die sechs Männer vom Drogenkartell "La Familia" misshandelt wurden, das mit Auftragskillern der Gruppe "Zetas" rivalisiert.
Mit dem erzwungenen Marsch der sechs Männer durch die Stadt will "La Familia" den Berichten zufolge die Einwohner Zamoras einschüchtern. In der Vorwoche waren nach einem Bericht des Fernsehsenders Milenio bereits rund 40 Einwohner Zamoras dazu gezwungen worden, mit Schreien, sie seien Diebe und Vergewaltiger, durch die Straßen zu ziehen. Ein Beamter der Sicherheitsbehörden von Michoacan sagte auf Anfrage, sie wisse nichts von den Vorfällen.
Der mexikanische Präsident Felipe Calderon stammt aus Michoacan. Er hat den Drogenkartellen den Kampf angesagt. Seit seinem Amtsantritt Ende 2006 wurden im mexikanischen Drogenkrieg rund 15.000 Menschen getötet. Zusätzlich zur Polizei sind rund 50.000 Soldaten im Einsatz.